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Hell-Halle: Gericht spricht Schulverband Schadenersatz zu

Bereits während des Baus der Bürgermeister-Hell-Halle in den Jah­ren 2001 bis 2003 hatte der Schulverband Klein Nordende-Lieth das Gericht eingeschaltet. FOTO: PETER WARNCKE

KLEIN NORDENDE Der Pro­zess im jahrelangen Rechts­streit wegen Mängel an der Klein Nordender Mehr­zweckhalle - der Bürgermeister-Hell-Halle - wurde jetzt im Wesentlichen abge­schlossen. Das teilte die Ge­meinde Klein Nordende mit. Im aktuellen „WG-Punkt“ der Wählergemeinschaft Klein Nordende, der an alle Haushalte verteilt wurde, nahm Dr. Jan Heilmann, Fraktionsvorsitzender und Mitglied des ehemaligen ge­meindlichen Sonderaus­schusses Mehrzweckhalle, ausführlich Stellung.

Bereits während der Er­richtung der Bürgermeister-Hell-Halle in den Jahren 2001 bis 2003 hatte der Schulverband Klein Nordende-Lieth, der Bauherr, im Einvernehmen mit der Ge­meinde Klein Nordende ein gerichtliches, selbstständi­ges Beweisverfahren vor dem Landgericht Itzehoe einge­leitet, um - begleitet durch eigene Gutachter - von einem gerichtlich bestellten Sachverständigen die damals bereits festgestellten Bau­mängel und Planungsfehler feststellen zu lassen.

Im Jahre 2009 wurde eine Schadenersatzklage gegen die Planungsgesellschaft und gegen den Architekten beim Landgericht Hamburg erho­ben. Dieses Klageverfahren endete nun am 3. April 2020 mit einem Urteil des Ge­richts in erster Instanz. Dem Schulverband Klein Nordende-Lieth als Bauherr wurde ein Schadenersatzbetrag gegen das Planungsbüro und den Architekten als Gesamt­schuldner in Höhe von 178500 Euro zugesprochen. Die Planungsgesellschaft ist darüber hinaus zur Zahlung weiterer 41000 Euro ver­pflichtet worden. Auf beide Summen sind Zinsen - seit Juli 2009 - in Höhe von 111500 Euro fällig gewor­den. Jan Heilmann: „Es wur­de auf den rechtskräftigen Teil des Urteils des Landge­richts Ende September 283180 Euro inklusive Zin­sen gezahlt, so dass nur noch 31000 Euro nebst Zinsen aus dem Urteil des Landgerichts offen sind“. Das von der Pla­nungsgesellschaft in diesem Verfahren vermeintlich noch ausstehenden Honorars in Höhe von 100 000 Euro wur­de zu Gunsten des Schulver­bandes rechtskräftig abge­wiesen. Beide Beklagte sind in Berufung gegangen. Da bis auf 31000 Euro jedoch zwi­schenzeitlich alles bezahlt wurde, ist der Prozess um die „Hell-Halle“ im Wesentli­chen abgeschlossen.

Kurz nach Verkündung des erstinstanzlichen Urteils wurde dem Schulverband Klein Nordende-Lieth und der Gemeinde mitgeteilt, dass der seit 2003 vertreten­de Rechtsanwalt Groß aus Kiel völlig überraschend ver­storben ist. „Wir danken Herrn Groß sehr für seine ge­leistete Arbeit“, so Dr. Jan Heilmann.

In der Berufungsinstanz vor dem Oberlandesgericht Hamburg wird der Schulver­band Klein Nordende-Lieth von der Anwaltssozietät, in der Rechtsanwalt Groß tätig war, weiter vertreten. paw

Elmshorner Nachrichten, 14.11.2020

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