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Tag des Geotops in der Liether Kalkgrube

Dr. Hans-Joachim Schumacher, Leiter des Arbeitskreises Liether Kalkgrube, erläuterte bei seiner Führung die Zusammensetzung der Liether Kalkgrube FOTO:WARNCKE

KLEIN NORDENDE Beim bun­desweit zum 19. Mal stattfindenden „Tag des Geotops“ gab es auch in der Liether Kalkgrube zwei Führungen. Sie wurden geleitet von Hans-Joachim Schumacher, dem Leiter des Arbeitskrei­ses, sowie dem Geologen Thomas Voß, beide vom Be- treuungsgsverein Liether Kalkgrube. Schumacher legte seinen Schwerpunkt auf die Sedimentschichten. Er er­klärte, dass in der Liether Kalkgrube die ältesten geolo­gischen Gesteinsschichten des Norddeutschen Tieflan­des aufgeschlossen sind. Die­se sind sonst nur in zirka sechs bis sieben Kilometer Tiefe zu finden.

Die Schichten sind als Teil eines Salzstockes hier bis an die heutige Erdoberfläche aufgestiegen. Für Voß ist wichtig: „Wir müssen sehr allgemein bleiben, damit man uns folgen kann. Sonst wird es schnell langweilig.“

Die ehemalige Abbaugrube von Düngekalk ist heute als Naturschutzgebiet und Na­tionaler Geotop unter Schutz gestellt und wird von der Ge­meinschaft zur Erhaltung von Kulturgut in Tornesch betreut. Dabei bietet sie ein­malige geowissenschaftliche Kostbarkeiten und einen Le­bensraum für seltene Pflan­zen und Tiere. Damit die geo­logischen Besonderheiten sichtbar bleiben, waren bis zum Wochenende wieder Ziegen in der Kalkgrube.

Unter den Teilnehmern der Führungen waren auch zwei Hobby-Geologen. Uta Linke die aus Lübeck ange­reist ist: „Es ist schon beein­druckend, die verschiedenen Gesteinsformationen zu sehen. Die Führung war sehr detailliert. Außerdem ist es ein schönes Ausflugsziel.“ Dem konnte ihre Bekannte Katrin Buth aus Hamburg nur beipflichten: „Ich bin schon zum dritten Mal hier und es ist immer wieder In­teressant. Ich habe dabei wie­der viel Neues erfahren“.

Aus Elmshorn kamen Ma­rion Menken mit ihrem Sohn Merlin und Tochter Mia sowie deren Freund Henrik Lü­neburg: „Wir sind sehr oft hier auch weil wir sonst mit unseren Hund hier spazieren gehen. Schön war es über die Theorie die virtuellen Ein­drücke vor Ort erklärt zu be­kommen“.

Schumacher erzählte auch, dass der Pumpenwart die wichtigste Person im Verein ist, denn wenn die Pumpe ausfällt würde die Kalkgrube überflutet. So wird im Jahr zirka die dreifache Wasser­menge der Hamburger Bin­nen-Alster abgepumpt. Des Weiteren erläuterte er dass zum Arbeitskreis Liether Kalkgrube 18 ehrenamtliche Mitarbeiter gehören. Die Lie­ther Kalkgrube ist als Nah­erholungsgebiet ganzjährig öffentlich zugängig. Weitere Infos gibt es online. pwa

> www.lietherkalkgrube.de

Elmshorner Nachrichten, 21.09.2020

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