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Erstmal im Alleingang

Ortsentwicklungskonzept: Wählergemeinschaft will jetzt noch keine Stadtplaner

FOTO: Raimer Wulf

KLEIN NORDENDE Ihren Ort mit Hilfe eines Ortsentwick­lungskonzept zukunftsfähig zu gestalten, haben sich auch die Klein Nordender Gemein­deräte auf die Agenda ge­schrieben. Nach intensiver Vorarbeit in der Arbeitsgrup­pe Raumkonzept wollte der Bauausschuss daher auf sei­nerjüngsten Sitzung am Don­nerstag den Startschuss für die Erarbeitung geben und dem Gemeinderat per Be­schluss empfehlen, unter an­derem Fördermittel zu bean­tragen und mit dem Auswahl­verfahren für einen professio­nellen Stadtplaner zu begin­nen. Alles schien klar. Dann die Wende: Der Fraktionsvor- sitzendc der Wählergemcin- schaft (WG), Jan Heilmann, sprach sich für seine Fraktion
gegen den Beschluss aus. Die WG wollte einen Stadtplaner zunächst außen vor lassen. Das, so Heilmann, würde auch Kosten sparen.

Was für den Bauausschuss­vorsitzenden Andreas Kamin (SPD) und die Ausschussmit­glieder von SPD, CDU und Grünen völlig überraschend kam, begründeten Heilmann und der Bürgermeister Adolf Liutjens mit einer Entschei­dung aus der jüngsten Sitzung der WG. Danach entsprachen die von der AG Raumkonzept erarbeiteten Fragen zur Vor­bereitung des Ortsentwick­lungskonzeptes möglicher­weise nicht dem Bürgerwil­len. Daher plante die WG, die Bürger selbst zu befragen, welche Schwerpunkte sic als wichtig für die Ortsentwick­lung erachteten. Das würde außerdem Geld sparen.

Den Einwand von Joeme Dietrichsen (Grüne) und Thorben Herzog (CDU), dass Stadtplaner viel professionel­lere Mittel für eine Bürgerbe­fragung zur Hand hätten als die Abgeordneten, ließ Jan Heilmann nicht gelten.

Die AG Raumkonzept be­schäftigt sich seit Anfang des Jahres mit den Vorarbeiten zum Ortsentwicklungskon­zept. Hier arbeiten Gemein­deratsmitglieder aus allen Fraktionen und berufene Bür­ger mit. Wie Andreas Kamin gegenüber unserer Zeitung erklärte, ging es der AG dar­um, auszuloten, an welchen Kernpunkten sich das Kon­zept orientieren sollte. Den Fragenkatalog, so Kamin, ha­ben alle AG-Mitglieder, auch die der WG miterarbeitet. „Darin geht es beispielsweise um die künftige Bauentwick­lung. Wollen wir wachsen, wie stellen wir uns die Bebauung vor? Welche Auswirkungen hat das auf die Entwicklung der Schule und der Kita und auf das Verkehrsaufkom­men?“ Der Fragenkatalog ist noch weiter gefasst und wird derzeit als Arbeitsgrundlage für das zu beauftragende Stadtplanungsbüro redaktio­nell bearbeitet. Auf der jüngs­ten Sitzung der AG habe sich auch niemand dagegen ausge­sprochen.

Ortsentwicklungskonzepte stehen derzeit allerorten im Blickpunkt der Gemeinden. Dabei fördert das Land Schleswig-Holstein den Ein­satz professioneller Stadtpla­ner mit 75 Prozent. Das Kon­zept kostet circa 30000 Euro. Abzüglich der Fördermittel hätte die Gemeinde etwa 7500 Euro zu zahlen. Von Silvia Dämmer

Elmshorner Nachrichten, 11.05.2019

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