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Das Bienenparadies am Dorfrand

ln Klein Nordende werden zahlreiche neu angelegte Blühstreifen zu einem sicheren Unterschlupf für Insekten

Klein Nordender unterstützen die Initiative des Landes „Schleswig-Holstein blüht auf“ mit zirka 100 Kilogramm gesäten Blumenwiesen­samen. FOTO: SILVIA DÄMMER

KLEIN NORDENDE Es summt und brummt in Klein Nord­ende. Besonders am Maisfeld in der Liether Kalkgrube und an einigen anderen Orten im Dorf, wo die Mitglieder des Umweltausschusses Blühstreifen anlegen ließen. Jetzt leuchten hier orangefarbene Ringelblumen, weißer Buch­weizen, lilafarbene Malven und blaue Phacelia in ganzer Pracht und werden täglich besucht. Nicht nur von zahl­reichen Insekten.

Andrea Gentzsch, die Vor­sitzende des Umweltaus­schusses zeigte sich bei ihrer Stippvisite in der Liether Kalkgrube überwältigt: „Das ist so schön hier. Die Arbeit hat sich doch gelohnt.“ Darin ist sie sich mit Klein Norden­des Bürgermeister Adolf Luitjens (Wählergemein­schaft) einig: Die zirka 100 Kilogramm Blühwiesensamen, die die Gemeinde und Privatleute aus Klein Nord­ende im Frühjahr dieses Jah­res auf ungefähr vier Hektar Erde aussäten, machen das Dorf nicht nur ein bisschen schöner, sondern zeigen auch das ökologische Enga­gement der Klein Nordender. „Wir müssen einfach etwas gegen das Insektensterben unternehmen. Das hier ist ein guter Anfang“, sagt Luitjens und zeigt auf den mehr als 100 Meter langen und drei Meter breiten Blühstreifen in der Liether Kalkgrube.

Mit der Blühwiesenaktion beteiligten sich die Klein Nordender an der Landesini­tiative „Schleswig-Holstein blüht auf“. Das Land stellte dabei den Gemeinden kos­tenlos hochwertiges Saatgut zur Verfügung, das auf die jeweilige Region und die Bodenverhältnisse abge­stimmt war. Der Deutsche Verband für Landschafts­pflege beriet die Gemeinden im Rahmen dieser Initiative kostenlos vor Ort über die Aussaat und Pflege der Blühstreifen. Damit die Initiative ein Erfolg wird, setzten die Akteure dabei auch auf die Mitarbeit der Landwirte. Denn sie stellten für die Aktion Flächen zur Verfü­gung und verzichteten dort auf den Ertrag. So handhab­ten es beispielsweise Henner und Astrid Aue, die den Blühstreifen in der Kalkgrube und ein zwei Meter breites Wie­senblumenband am Utweg anlegen ließen. Oder Klaus und Silvia Hauschildt, die ein Kartoffelfeld mit einem blü­henden Rain umsäumten. Und Anja Thompson ver­wandelte in Eigenregie einen halben Hektar ihres Landes an der B 431 in ein Paradies für Bienen und Hummeln. Zuvor hatte sie hier jährlich Spargel geerntet. „Frau Thompson finanzierte ihre Aktion übrigens selbst“, lob­te Andrea Gentzsch dieses Engagement. Um die gemeindlichen Blühstreifen kümmerte sich Landschafts­bauer Klas Remstedt, der sie im Auftrag der Gemeinde dort anlegte. „In ihm hatten wir einen Partner mit Fach­kenntnis. Und das sieht man auch. Die diesjährigen Blüh­streifen sehen prächtig aus - warten sie mal ab, wenn auch die Sonnenblumen noch blü­hen“, sagt Gentzsch.

Ein Novum sind sie mit ihrem Engagement in der Gemeinde allerdings nicht: Die hiesigen Jäger finanzie­ren und legen schon seit Jah­ren Blühwiesen in Eigenregie an. „Und das schon, bevor di­es in unserer Gesellschaft ein Thema wurde“, berichtet die Umweltausschussvorsitzen­de. Die Blühwiesen der Jäger befänden sich an abgelegeneren Orten, sodass sich Nie­derwild in ihnen aufhalten kann. So schön sie auch sind: Gepflückt werden sollen die Wiesenblumen nach Mög­lichkeit nicht, sagt Gentzsch. Denn sie sollen sich selbst aussäen. Da die Saatmi­schung mehrjährig ist und die Streifen später nur gemäht, jedoch nicht umge­pflügt werden, dürfte es auch im kommenden Jahr um die­se Jahreszeit wieder summen und brummen in Klein Nord­ende. Silvia Dämmer

Elmshorner Nachrichten, 06.08.2019

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