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Einblicke in die Geschichte der Erde

Gäste aus ganz Norddeutschland beim Tag des Geotops in Liether Kalkgrube

KLEIN NORDENDE Der Tag des Geotops in der Liether Kalkgrube war aufgrund der Wetterlage nicht ganz so gut besucht, wie in den Vorjahren. Trotzdem war der Tag für die Organisatoren ein großer Erfolg. Der Leiter des Arbeitskreises "Naturschutzgebiet Liether Kalkgrube" in der Kulturgemeinschaft Tornesch, Hans-Joachim Wohlenberg, konnte nicht nur Besucher aus der näheren Umgebung, sondern aus ganz Norddeutschland begrüßen.

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Professor Dr. Roland Vinx (2.v.li) erläuterte den Besuchern die sichtbaren und unsichtbaren Besonderheiten der Findlinge. KAMIN

"Der Tag des Geotops und besonders die Liether Kalkgrube interessieren uns. Man kommt hier leider so selten hin. Da heute Führungen angeboten wurden, haben wir uns auf den Weg gemacht", erzählt Gudrun Tusch, die mit ihrem Mann extra aus Eckernförde nach Klein Nordende gekommen war.
Aus Niedersachsen hatte sich Carsten Winter auf den Weg zur Kalkgrube gemacht. "Ich bin Hobbypaläonthologe und interessiere mich unter anderem für Steine und Erdschichten. Die Liether Kalkgrube interessiert mich und ich habe im Internet von dem Tag des Geotops und den Führungen erfahren", berichtet Winter.

Tusch schloss sich der Führung von Wilfried Brumm an, der den Besuchern die Liether Kalkgrube und ihre geologische Bedeutung näherbrachte. In den vergangenen 150 Jahren wurde in den Gruben in Klein Nordende Kalk, Ton und Sand abgebaut. Dadurch wurden geologische Formationen freigelegt, die bis ins Erdaltertum, etwa 270 Millionen Jahre, zurückgehen. Dokumente von ganz besonderer Bedeutung, erläuterte Brumm den Anwesenden. Er wies auf Torf- und Braunkohlefunde, die graue "Kalkasche" und den roten Ton hin. "Normalerweise sind diese geologischen Besonderheiten acht Kilometer unter der Erde zu finden. Hier wurden sie an die Oberfläche gedrückt und sind für uns sichtbar", so Brumm.

Winter wiederum ließ sich wie weitere Gleichgesinnte von Professor Dr. Roland Vinx die Eigenarten, Geschichte, das Alter und die Bestandteile der Findlinge, die im Eingangsbereich des Geotops liegen, erläutern.

Eine besondere Führung übernahm Dr. Alf Grube vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (LLUR) Abteilung Geologie und Boden. Im Rahmen einer Fahrradtour zeigte er Interessierten den geplanten "Geopfad Elmshorn". Am Rande eines Rundkurses für Wanderer und Fahrradfahrer sollen künftig Informationstafeln auf interessante geologische Besonderheiten und ihre Entstehung hinweisen. Neben der Liether Kalkgrube zählen dazu unter anderem der Elmshorner Salzstock, Dünen und Flugsandfelder aus dem Elbeurstromtal, der ursprüngliche "Esinger See". Meike Kamin

aus den Elmshorner Nachrichten vom 19.09.2011

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