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„Zum Tannenbaum“ gibt auf

Gaststätte in Klein Nordende schließt Restaurantbetrieb / Spargelverkauf wird fortgeführt

„Zum Tannenbaum“ am Sandweg in Klein Nordende war über Jahrzehnte die Anlaufstelle für Besucher von Nah und Fern. FOTO: CHRISTIAN BRAMESHUBER

KLEIN NORDENDE Egal ob zur Spargelzeit mit Spargel frisch vom eigenen Feld, zum traditionellen Gänseessen oder einfach nur zum schlichten Essen gehen - das Restaurant „Zum Tannen­baum“ in Klein Nordende ist bis weit über die Dorfgren­zen hinaus bekannt. Doch jetzt ist Schluss. Das Gewer­be ist offiziell abgemeldet, der Betrieb eingestellt. Mit dem „Tannenbaum“ verliert das Dorf einen Treffpunkt für das Gemeindeleben.

1931 gegründet war das Restaurant mit Hotel immer in Familienbesitz. Zuletzt führten es Heino (69) und Petra Slowik (61) mit ihrer Tochter Nadine. Der Grund für die Schließung ist schlicht und einfach: „Es lohnt sich nicht mehr. Es ist eine große Investition von Arbeit, die sich nicht aus­zahlt“, sagt Heino Slowik. Seit einiger Zeit schon hat die Familie darüber nachge­dacht, den Betrieb zu schlie­ßen. Vor zwei Jahren kam dann die finale Entschei­dung. „Seit einem Jahr haben wir uns auf den Abschied vor­bereitet“, sagt Heino Slowik. Er sei aber zufrieden mit die­ser Entscheidung. „Wir ha­ben lang überlegt und letzt­endlich beschlossen, den Tannenbaum zu schließen und unsere Rente zu genie­ßen.“

Zahlreiche Vereine haben das Restaurant als Versammlungsort genutzt. Jetzt wird das Hotel und Restaurant umgebaut. Insgesamt zwölf Wohneinheiten werden dort entstehen. Auch auf dem Parkplatz gegenüber des Be­triebs entsteht Wohnbebau­ung.

Klein Nordendes Bürger­meister Adolf Luitjens be­dauert die Schließung. „Für das Gemeindeleben ist es sehr schade. Viele Bürger ha­ben den Raum dort genutzt, um direkt im Dorf ihre Feste feiern zu können.“ Außer­dem wurden mit zahlreichen Veranstaltungen dort Men­schen nach Klein Nordende gelockt.

„Für das Gemeindele­ben ist es sehr schade. Viele Bürger haben den Raum dort genutzt.“ Adolf Luitjens Bürgermeister

Doch er könne die Entscheidung sehr gut nach­ vollziehen. „Heutzutage ist es schwierig, solche Betriebe zu fuhren, ohne dass die Ar­beit einen überlastet.“ Der Fall „Tannenbaum“ sei da nicht der einzige. „Man muss ja nur durch die Dörfer fah­ren. Dann sieht man sofort, dass das Genre Landgasthof langsam ausstirbt.“ Doch Luitjens begrüßt den geplan­ten Wohnungsbau. „Beson­ders für unsere jungen Ge­meindemitglieder bietet sich damit eine große Chance, vorerst hier weiter zu woh­nen.“ Der Wegzug aus dem Dorf könne - vorausgesetzt die Mieten sind bezahlbar - vermieden werden.

Doch eines bleibt Klein Nordende erhalten. Das Aus­hängeschild, den Liether Spargel frisch vom Feld, wer­den die Slowiks weiterhin verkaufen. „Wir bleiben im Dorf, ziehen nicht ganz weg. So können wir auch alles wei­terhin im Blick behalten“, sagt Heino Slowik. Wenn al­les planmäßig läuft, soll die Saison regulär Ende April starten. Geeske Johanna Lütjens

Elmshorner Nachrichten, 03.04.2019

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