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Frühlingswetter sorgt für Andrang beim Kunsthandwerkermarkt

Kunsthandwerk im Töverhuus: Heide und Enkelin Antonia Klüh waren mit Quilling-Arbeiten dabei. FOTO: CARSTEN WITTMAACK

KLEIN NORDENDE Die Sonne strahlte vom Himmel und Räucherduft stieg den Besuchern schon von weitem in die Nase. Besser hätten die Rahmenbe­dingungen für den Kunsthand­werkermarkt im Klein Nord­ender Töverhuus kaum sein können. Und auch das Ange­bot stimmte: Die Aussteller präsentieren österliche Sträu­ße, Schmuck, Tischdecken, Windlichter, Pflanzenölseifen, Ostereier, Türkränze, Keramik und vieles mehr.

Töverhuus-„Macher“ Helmut Hamke versorgte die Gäs­te im Außenbereich mit Wurst, Fischbrötchen und Erbsen­suppe. Organisiert wurde der 14. Kunsthandwerkermarkt von Rita Harms und Dörte Garber. Das Motto ergab sich dabei fast von selbst: „Frühlingsflair“. Und weil auch das Wetter passte, war schon zum offiziellen Start des Marktes um 10 Uhr kräftig was los im Töverhuus.

Zu denen, die auf kunstliebende Käufer warteten, gehör­ten Heide Klüh und ihre Enke­lin Antonia. Vertreten war das Familien-Duo aus Tomesch mit filigranen Papierarbeiten namens Quilling. Quilling? Ja, der Begriff sagt selbst vielen eifrigen Kunstmarkt-Kennern wenig. Als Basis dient buntes Papier, das dann zu Figuren ge­formt wird. „Unser Papier be­sorgen wir extra aus Däne­mark, weil es so schön kräftige Farben hat“, sagt Antonia Klüh. Im skandinavischen Nachbarland gebe es sogar ein Quilling-Museum.

Das Papier wird dann über einen Kamm gewickelt und später in aufgerollter Form mit Hilfe von Nadeln auf einem Kissen fixiert. „Quilling ist ein ganz altes Handwerk“, erklärt Heide Klüh. Schon die Mönche im 16. Jahrhundert hätten die Kunst des filigranen Papierdrehens genutzt. Mit Motiven wie Libellen und Blumen war sie in Klein Nordende vertre­ten. „Und zwar nicht zum ers­ten Mal“, wie Klüh betonte. Zu­letzt auf dem Töverhuus- Weihnachtsmarkt, „und da mit einer Krippe, die zurzeit im Altonaer Museum ausge­stellt wird“.

Was interessierte Quilling- Anfänger für das Hobby benö­tigen: Neben dem richtigen Werkzeug vor allem Kreativi­tät und viel Geduld. Denn schon das Drehen des Papiers ist echte Fummelarbeit. Win­zig klein sind die bunten Strei­fen, aus denen die Figuren ent­stehen. 30 bis 45 Minuten be­nötigt Klüh für eine Blume, die kaum fünf Zentimeter misst. Reich werden kann damit nie­mand. „Das ist für mich ein rei­nes Hobby“, sagt Heide Klüh.

Elmshorner Nachrichten, 01.04.2019

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