Pressearchiv

Unser Pressearchiv

Keck gelesen und gespielt

Ohnsorg-Star begeisterte mit plattdeutscher Lesung in der Bürgermeister-Hell-Halle

en 190213 2

KLEIN NORDENDE Sandra Keck heißt sie. Und keck ist sie. Das bewies der Ohnsorg-Star während einer platt­deutschen Lesung im Klein Nordender Töverhuus. Wo­bei das Wort Lesung nur un­zureichend beschreibt, was Keck ihren Gästen bot. Si­cher, sie las auch, aber vor al­lem schauspielerte sie und sang. So kraftvoll, dass sie selbst in der großen Bürgermeister-Hell-Halle ohne Mi­krofon ausgekommen wäre.

Keck wurde unter anderem 2014 mit dem Hamburger Rolf Mares Schauspiel-Preis ausgezeichnet und hat 2016 den deutschen Kinderhörbuch-Preis erhalten. Hoch­dekoriert ist sie also. Und das aus gutem Grund. In jeder Sekunde ihres Töverhuus-Gastspiels war Leidenschaft spürbar. Leidenschaft für ih­ren Beruf. Und für das ge­wählte Thema. "Prinzessin in de Wesseljohren“ hieß das Programm - samt der vielsa­genden Unterzeile "Keine Prinzessin bleibt ihr Leben lang 16“.

Ja, was machen Prinzessin­nen, wenn sie in die Wechsel­jahre kommen? Keck gab dar­auf märchenhafte Antwor­ten. Mit Schneewittchen und ihrer Apfelallergie zum Bei­spiel. Und mit einem Rot­käppchen der modernen Art, das nicht nur um die Fast­food-Kette um die Ecke einen weiten Bogen schlägt. Die fri­vol angehauchte Großmutter macht dem Wolf schöne Augen, was bei dem den Flucht­instinkt auslöst - samt des Dranges, möglichst schnur­stracks zum Vegetarier zu mutieren.

Keck verglich die auffälli­gen Übereinstimmungen von alternden Pferden und Prin­zen, sang über Froschkönige, die in die Jahre kommen und erzählte Aschenputtel op Platt.
Eine Variante, bei der Prinz Hinnerk nach zig Ehejahren mit Frau Holle durchbrennt. Und ganz nebenbei erfuhren die Zuhörer, dass Feen kein Plattdeutsch sprechen. "Die sächseln“, so Keck. Alles in al­lem ein erfrischend anderes Programm. Weit weg vom Gewohnten, "Kecke Utsichten“ eben. Genau wie ver­sprochen.

Schon vor Sandra Kecks Auftritt hatten Ulrike Weers und Susanne Schlüter vom gastgebenden Kulturaus­schuss der Gemeinde auf die nächsten Veranstaltungen im Töverhuus hingewiesen. Am 8. März gastiert NDR-Wetterexperte Meeno Schrader in Klein Nordende. "Da gibt es nur noch vier Kar­ten“, sagte Schlüter. Am 15. März wird Torfrocker und Wemer-Stimmgeber Klaus Büchner erwartet. Und am 23. September kommt Platt-Urgestein Gerd Spiekermann ins Töverhuus. Weers wies auf den morgigen (Do. 14.2.) Filmvortrag über die Schnee­katastrophe 1978/79 im Ge­meindezentrum hin. "Wir sind ausverkauft. Und die Veranstaltung ist auch aus­schließlich für Senioren aus Klein Nordende gedacht.“ Weil die Nachfrage so groß war, "wiederholen wir das vielleicht später nochmal für alle Interessierten.“ Carsten Wittmaack

Elmshorner Nachrichten vom 13.02.2019

 

Zurück