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Wie soll Klein Nordende aussehen?

Gemeinderat vertagt Entscheidung über Ortsentwicklungskonzept

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KLEIN NORDENDE Scheinbar harmlos kam der Punkt auf der Tagessordnung daher. "Beauftragung eines Ortsentwicklingskonzeptes" war auf der Einladung zur Gemeindevertretersitzung in Klein Nordende zu lesen. Wer die entsprechende Vorlage im Internet aufrief, der stieß auf eine Empfehlung des Bau- und Planungsausschusses, der sich mehrheitlich für ein solches Konzept ausgesprochen hatte. Parallel dazu hatte die SPD-Fraktion einen Antrag eingereicht, der ebenfalls ein Ortskonzept forderte.

Was auf den ersten Blick harmlos klingt, birgt politischen Sprengstoff. Schon im Mai 2015 stellten Vertreter des Bürgerforums Klein Nordende ihr Ortsentwicklungskonzept der Öffentlichkeit vor. Später bemängelten sie, dass das Konzept seitens der Politik in der sprichwörtlichen Schublade verschwunden sei. Daher schickten sie vor der Kommunalwahl im Mai einen offenen Brief an die Gemeindevertreter. Das Bürgerforum forderte die "professionelle Erstellung eines Ortsentwicklungskonzeptes" - unter Mitarbeit von Gemeindevertretem, Bürgern, Gewerbetreibenden, Vereinen und Verbänden.

en 181002b"Wir fordern die zukünftige Gemeindevertretung auf, in 2018 ein Ortsentwicklungskonzept in die Wege zu leiten und erst nach dessen Fertigstellung über die Realisierung weiterer Baugebiete zu entscheiden", hieß es in dem offenen Brief. Der SPD-Antrag kann als sichtbare Unterstützung für diese Forderung gesehen werden. Doch die Mehrheit im Gemeindeparlament hält die örtliche Wählergemeinschaft um Bürgermeister Adolf Luitjens - und die würde lieber einen neuen Flächennutzungsplan erarbeiten lassen und auf ein zusätzliches Ortsentwicklungskonzept verzichten.

"Unser aktueller F-Plan stammt aus dem Jahr 2003. Bei einem neuen Plan könnte man alle Überlegungen mit einfließen lassen", erklärt Luitjens. 15 bis 20 Jahre habe ein F-Plan Gültigkeit. Ein neuer stehe also ohnehin in absehbarer Zeit an. Ein Großteil der Opposition würde dennoch lieber zuerst ein Ortskonzept sehen. "Ortsentwicklungskonzept und F-Plan haben unterschiedliche Inhalte", sagt der SPD-Ortsvorsitzende und stellvertretende Bürgermeister Andreas Kamin. Ein Ortskonzept sei "umfassender". "Da gehen wir auseinander", sagt Luitjens mit Blick auf die gegensätzlichen Standpunkte.

Am Ende fassten die Gemeindevertreter keinen Beschluss, sondern vertagten das Thema auf die Zeit nach den Herbstferien. Dann will man sich in großer Runde mit allen Gemeindevertretem und Ausschuss-Mitgliedern zusammensetzen. "Dafür wollen wir einen Planer entladen", kündigt Kamin an.

Wann die Sitzung stattfinden wird, steht zurzeit noch nicht fest. "Erstmal werden wir uns wohl intern treffen, um festzulegen, was wir wollen und wie die Arbeit aufgeteilt werden könnte", erklärt Luitjens. Dann sollen auch die Klein Nordender Bürger mit eingebunden werden. Carsten Wittmaack

aus den Elmshorner Nachrichten vom 02.10.2018

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