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Holzpfähle: Vorboten für die Sanierung

Holzpfähle: Vorboten für die Sanierung

Azv erneuert Abwassernetz / Im Juli startet der nächste Bauabschnitt

KLEIN NORDENDE Spaziergänger und aufmerksame Autofahrer können zurzeit zwischen Klein Nordende und Heidgraben ein seltenes Phänomen beobachten: Pfähle ziehen sich auf einer meist geraden Linie durch die Feldmark. Sie markieren den Verlauf der Abwasserleitung, die ab Juli ersatzweise die Abwässer zum Klärwerk Hetlingen leiten wird. Grund hierfür ist die Sanierung des Nebensammlers Nord, des eigentlichen großen Sammlerkanals. Auf rund 2,5 Kilometern wird dieser im Sommer ab Klein Nordende bis kurz hinter Heidgraben saniert. Als Betreiber des überregionalen Kanalnetzes investiert der azv Südholstein insgesamt rund 3,6 Millionen Euro in die Bau und Sanierungsmaßnahmen.

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Die Ersatzleitung läuft vorwiegend über Ackerland. AZV

Bis 2014 wird der gesamte Nebensammler Nord in sechs Bauabschnitten auf einer Länge von etwa 7,5 Kilometern saniert. Im vergangenen Jahr wurde bereits die Teilstrecke zwischen Elmshorn und Klein Nordende fertig gestellt. Die Kosten für die Gesamtsanierung belaufen sich auf etwa 14 Millionen Euro.

Der Nebensammler Nord wurde 1975 in Betrieb genommen, um das Abwasser der Städte Elmshorn, Tornesch und Uetersen sowie der Gemeinden Klein Nordende, Heidgraben und Moorrege zum Klärwerk Hetlingen zu leiten. Bis zu 850 Liter Wasser fließen pro Sekunde durch den im Querschnitt einen Meter hohen Kanal, der überwiegend aus Asbestzementrohren besteht. Trotz der verhältnismäßig kurzen Betriebszeit sind diese mittlerweile stark angegriffen. Grund ist die lange Verweildauer des Abwassers in den vielen in den Sammler mündenden Druckrohrleitungen: Durch die im Abwasser enthaltenen organischen Stoffe entsteht Schwefelwasserstoff, der in die Kanalatmosphäre gelangt und sich an der Rohrwand absetzt. Dort oxidiert er zu Schwefelsäure, die nach und nach das Rohrmaterial zersetzt.

Um auch während der Arbeiten eine funktionierende Abwasserentsorgung sicher zu stellen, wird das Abwasser während der rund dreimonatigen Sanierungsarbeiten durch eine extra aufgebaute, provisorische Leitung fließen. Diese Ersatzleitung wird überwiegend auf landwirtschaftlich genutzten Flächen verlegt und flach am Erdboden entlang verlaufen. Eben diesen Verlauf kennzeichnen schon heute die in der Feldmark gesetzten Pfähle.

"Wir werden die Ersatzleitung um Heidgraben herum führen. Somit ist die Umleitung des Abwassers für die Anwohner absehbar nicht mit größeren Unannehmlichkeiten oder Verkehrsbehinderungen verbunden", sagt Claus Pensky, Projektleiter beim azv Südholstein. Bei der Teilsanierung im vergangenen Jahr in Elmshorn hatte es etliche Beschwerden von Anwohnern gegeben, da die Ersatzleitung aufgeständert und durch einige viel befahrene Straßen geführt werden musste.

Die Ersatzleitung wird vom neuen Rückhalte- und Ausgleichsbecken am Ortsrand von Klein Nordende an der Straßenecke an der Bahn/Ziegeleiweg um Heidgraben herum bis hin zur Anschlussstelle des bereits 2009 im Zusammenhang mit dem Projekt "Wärme aus Abwasser" sanierten Teilabschnitts des Sammlerkanals im Kreuzungsbereich Uetersener Straße/Schulstraße in Heidgraben führen. Mit dem Aufbau der Ersatzleitungwird der azv Südholstein Anfang Juli beginnen. Die eigentlichen Sanierungsarbeiten am Sammlerkanal in Heidgraben und Klein Nordende werden dann während der Sommermonate ausgeführt. Der Rückbau der provisorischen Leitung ist bis Ende des Jahres vorgesehen. en

aus den Elmshorner Nachrichten vom 18.04.2011

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