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Der Traum von schwarzen Zahlen

NEUJAHRSEMPFANG Mit Kindergartenerweiterung und Breitbandausbau blickt Klein Nordende zurück auf ein erfolgreiches Jahr

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KLEIN NORDENDE Wenn die Gemeinde Klein Nordende zum Neujahrsempfang bittet, stößt die Bürgermeister-Hell-Halle stets an ihre Kapazitätsgrenzen. Über 250 Gäste konnte Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel begrüßen. Entsprechend gut gelaunt trat Schinckel ans Mikrophon - um sogleich auf jene Themen zu sprechen zu kommen, die Klein Nordende im vergangenen Jahr bewegten. 44 Flüchtlinge lebten derzeit in der Gemeinde, empfangen würden sie von Ulrike Weers und ihrem Will-kommens-Team, dessen Arbeit man "nicht hoch genug einschätzen" könne, so Schinckel.

Gern gesenkt sehen würde der Bürgermeister die Kreisumlage. Rund 1,3 Millionen müsste Klein Nordende derzeit ins Portemonnaie des Kreises abführen. 72 000 Euro mehr als ein Jahr zuvor. "Eine Senkung könnte den Kommunen richtig helfen." Und machbar wäre sie angesichts eines Kreisüberschusses von "angeblich 15 Millionen Euro" auch. Doch trotz einer chronisch leeren Gemeindekasse hätten in Klein Nordende 2016 wieder etliche Projekte abgeschlossen werden können, so beispielsweise der Kindergarten-Anbau oder der Schulcontainer, der nun neben dem Gemeindezentrum steht. 2017 würde der Breitbandausbau in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband weiter vorangetrieben. 2018 hofft Schinckel dann, "dass wir ein schnelleres Internet haben werden und auch die Außenbereiche versorgt sind".

Eher langsam gehe es beim Gewerbegebiet Alte Ziegelei voran. Lärmschutz- und Bodengutachten hätten ihre Zeit gebraucht, nun sei die Regenwasserentsorgung zu klären (wir berichteten). Das Projekt gestalte sich insgesamt "sehr langwierig". Geplant sei für 2017 auch ein Wohnbaugebiet mit 17 Einheiten. Der Platz werde dringend benötigt, versicherte Klein Nordendes Bürgermeister. Ihm lägen zurzeit 65 Bauanfragen vor, davon gut die Hälfte von Bürgern aus dem Dorf. Wobei der Begriff Dorf kaum noch passt: Mit seinen aktuell 3419 Bürgern nähert sich Klein Nordende allmählich städtischen Maßen an. Weil es momentan aber kaum Baumöglichkeiten gebe, sei die Einwohnerzahl im vergangenen Jahr um fünf zurückgegangen.

Kurz vor seiner Vollendung stehe der Naturlehrpfad im Liether Moor, sagte Schinckel. Im Frühjahr sollen die Infotafeln montiert werden. "Licht am Ende des Tunnels" gebe es auch in Sachen Hundewiesen, für die nun ein Grundstück in Aussicht stehe. "Viel Porzellan" sei beim Redder-Ausbau zerbrochen worden. Generell gelte: "Überall, wo die Straßenbausatzung Anwendung findet, ist es nicht einfach." Werden Bürger für den Straßenausbau zur Kasse gebeten, ist Ärger vorprogrammiert. Besser sehe es in Sachen Hallenprozess aus. Seit fast 15 Jahren wird um die Bürgermeister-Hell-Halle vor Gericht gerungen. Nun könnte sich ein Vergleich anbahnen.

Ebenso erfreulich: Nach finanziell schweren Jahren darf Klein Nordende langsam wieder von schwarzen Zahlen träumen. Der Kämmerer habe entsprechende Aussagen gemacht, deutete Schinckel an. 2017 wird seine Gemeinde ganz im Zeichen der Historie stehen. Weil es keine handfesten Belege für ein Gründungsdatum vor 150 Jahren gibt, soll 2017 nicht als Jubiläumsj ahr sondern als "historisches Jahr" gefeiert werden. Eine Fortsetzung finden soll am 23. April der Dorfflohmarkt, der 2016 eine erfolgreiche Premiere erlebte. Und für September ist der große Emteumzug geplant. Carsten Wittmaack

aus den Elmshorner Nachrichten vom 18.01.2017

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