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Bürgermeister stinksauer auf Krügel

TORNESCH/SEESTERMÜHE Der Vorschlag von Torneschs Bürgermeister Roland Krügel schlägt Wellen. Er hatte angeregt, die Amtsverwaltungen der Gemeinden abzuschaffen und Orte mit weniger als 1500 Einwohnern zusammenzulegen. Der Seestermüher Bürgermeister und Vorsteher des Amts Elmshorn-Land, Thorsten Rockel, sowie sein Klein Nordender Amtskollege Hans-Barthold Schinckel haben jetzt öffentlich zurückgeschlagen. Selbst der Landesrechnungshof sage, dass die Ämter die kostengünstigsten Verwaltungen seien. "Wenn Krügel meint, dass er sich seine aufgeblähte Verwaltung von uns bezahlen lassen kann, ist er auf dem falschen Dampfer", schimpft Rockel.



Breitseite aus den Dörfern gegen Krügel

SEESTERMÜHE Seestermühes Bürgermeister Thorsten Rockel (SPD) ist sauer. Torneschs Bürgermeister Roland Krügel (CDU) hatte zum wiederholten Mal medienwirksam vorgeschlagen, die Ämter abzuschaffen und Gemeinden mit weniger als 1500 Einwohnern zusammenzulegen. Auslöser ist die vom schleswig-holsteinischen Innenminister Klaus Schlie (CDU) vorgeschlagene neue Kommunalverfassung.

Während des Seestermüher Neujahrsempfangs machte Rockel, der auch Amtsvorsteher des Amtes Elmshorn-Land ist, seinem Unmut Luft. Der Seestermüher Bürgermeister erläuterte zunächst den Hintergrund des Streits. Das Landesverfassungsgericht hat einen Teil der aktuellen Amtsordnung angeprangert. Das Problem: Die Amtsausschüsse werden nicht direkt von den Einwohnern der Amtsbezirke, wie hier aus dem Amt Elmshorn-Land, gewählt. Jede Gemeinde entsendet Vertreter gemäß der Größe ihrer Gemeindevertretung in den Ausschuss. Deshalb sind die Verwaltungen der Auffassung, dass der Amtsausschuss Aufgaben, die in die Hoheit einer Gemeinde fallen, nicht übernehmen darf. Dazu gehört unter anderem die Bauleitplanung.

Diese Ämter und Gemeinden laufen Sturm gegen die geplante Änderung der Amtsordnung, die zu einer Rückübertragung der Aufgaben führen würde. "Wo ist das Problem?", fragte Rockel in die Runde des Bürgerhauses und berichtete, dass die Ämter und Gemeinden sich fragen, wie sie künftig entscheiden und arbeiten sollen. "Ihr könnt zu uns kommen, wir zeigen euch, wie es geht", sagte der Seestermüher Bürgermeister und machte zum wiederholten Male deutlich, dass die Amtsverwaltung keine eigene Ebene ist, sondern das Rathaus der angehörigen Gemeinden. "Die Städte haben ihr Rathaus, wir unsere Amtsverwaltung", so Rockel und sagte weiter: "Sowohl der Landesrechnungshof, als auch der Bund der Steuerzahler bescheinigen uns, das die Ämter die kostengünstigsten Verwaltungen sind!"

"Die Städte wollen sich die Gemeinden nur einverleiben, um ihren Haushalt aufzubessern"en-180111.jpg

Hans-Barthold Schinckel
Bürgermeister Klein Nordende

Da durfte der Vergleich zwischen der Stadt Tornesch und dem Amt Elmshorn-Land natürlich nicht fehlen. Laut Rockel arbeiten bei der Stadt Tornesch 53 Mitarbeiter für 13000 Einwohner. In der Amtsverwaltung sind es 25 Mitarbeiter für 12 000 Einwohner.

"Diese Zahlen zeigen, dass unsere Amtsverwaltung effizienter und kostengünstiger arbeitet. Wenn Krügel meint, dass er sich seine aufgeblähte Verwaltung von uns bezahlen lassen kann, dann ist er auf dem falschen Dampfer!", wetterte Rockel in Richtung des Tornescher Bürgermeisters.

"Schlaue Kommentare von Fusionisten brauchen wir nicht. Die sind nur neidisch auf unsere dörflichen Strukturen. Wir haben hier intakte Dorfgemeinschaften mit vielen engagierten Menschen, die sich einbringen", sagte Rockel abschließend.

Dieser Meinung schließt sich auch Klein Nordendes Bürgermeister und Vorsitzender des Verwaltungsausschusses, Hans-Barthold Schinckel, an. Für ihn hat die Debatte nur einen Grund: "Die Städte wollen sich die Gemeinden nur einverleiben, um ihren Haushalt aufzubessern!" Auch Schinckel lehnt eine Auflösung der Amtsverwaltung rigoros ab. "Wir sind mit der Arbeit unserer Verwaltung sehr zufrieden", so Schinckel. mka

aus den Elmshorner Nachrichten vom 18.01.2011

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