Pressearchiv

Unser Pressearchiv

Sie verzaubern ihre Gäste

Sie verzaubern ihre Gäste

Ob musikalische Veranstaltungen, plattdeutsche Lesungen, private Feiern oder standesamtliche Trauungen - im Töver-huus bei Gisela und Helmut Hamke ist fast alles möglich. Um das Ehepaar geht es in Teil 13 der EN-Serie über Elmshoms Kulturmacher.
Von Melanie Haack

en-160509-1.jpg

Gisela und Helmut Hamke vor ihrem Töverhuus. Seit 2008 können sich Verliebte sogar standesamtlich trauen lassen.

Foto: Haack

Elmshorn. Wörtlich übersetzt ist es ein Zauberhaus - oder ein verzaubertes Haus. Und irgendwie beschreibt das den Charme des Töverhuus' ziemlich gut. Das, was Gisela (56) und Helmut (57) Hamke aus dem alten Bauernhaus in der Dorfstraße 80 in Klein Nordende gemacht haben, ist einfach zauberhaft. Am Pfingstsonntag, 31. Mai, eröffnet auch wieder das Bauernhof-Cafe, das dann bis zum dritten Advent immer sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet ist. Gleichzeitig beginnt im ehemaligen Kuhstall eine Ausstellung von Katja Bruhn.
Für den Speelwark-Sänger hat das 1701 erstmals erwähnte Gebäude eine besondere Bedeutung: Es ist sein Geburtshaus, der Mittelpunkt seiner Kindheit. Vater Hermann bewirtschaftete den Vollerwerbshof bis 1988 und übergab ihn seinem Sohn 1993. Gemeinsam mit seiner Frau Gisela traf Helmut Hamke dann die Entscheidung, das Haus zu erhalten, zu renovieren und auf eine andere Art zu nutzen. "Mir wurde klar, was für eine glückliche Kinderzeit ich auf dem Bauernhof verbringen konnte, die ich heute manchem Kind wünsche", sagt Hamke und meint dies auch aus seiner Sicht als Sozialpädagoge - tätig ist er an der KGSE. "Das Haus war das Zentrum unserer Abenteuer. Ich entdecke mich immer wieder bei Astrid Lindgren, die ihre Kindheit mit den Worten .Freiheit, Geborgenheit, Sicherheit' beschrieben hat", erzählt der 57-Jährige. Das Bauernhaus verkaufen oder als Lagerraum nutzen? Das kam für das Ehepaar nicht in Frage. Helmut Hamke wollte ein Stück seiner Kindheit erhalten, seine Frau Gisela, die aus Masuren stammt und seit 1958 in Klein Nordende lebt, sagt zu ihren Gedanken damals: "Meine Eltern und Großeltern kommen aus Ostpreußen und haben Teile ihrer Höfe verloren. Ich wollte nicht einen weiteren verlieren."
Der Ursprungsgedanke des Paares war, etwas Kulturelles zu schaffen, eine Begegnungsstätte in einem besonderen Ambiente. "Ich wollte hier weiterbilden, aber auch feiern, Musik hören oder Lesungen besuchen können - das alles haben wir verwirklicht. Es ist schön, wenn man Ideen hat, die man zu zweit umsetzen kann und die klappen", so Helmut Hamke. Die Liste der bisherigen Veranstaltungen ist lang: Jazz-Frühschoppen, Vorträge, Volkshochschulkurse, verschiedene musikalische Veranstaltungen, plattdeutsche Lesungen, Graue-Erbsen-Essen und noch so einiges mehr. Nicht selten war auch der NDR zu Gast. Zuletzt im Februar. Durch seine musikalische Tätigkeiten kennt sich Hamke in der plattdeutschen Szene bestens aus und kümmert sich darum, Künstler ins Töverhuus zu holen. "Das andere, den Großteil, macht meine Frau", sagte er über die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin.
Seit September 2008 können sich Verliebte im TÖverhuus als Außenstelle des Standesamtes Elmshorn Land sogar trauen lassen. Viele Leute denken jedoch, dass das Standesamt-Schild an der Eingangstür ein Scherz sei, erzählen die beiden. Nicht selten müssen sie erklären, dass dies durchaus ernst gemeint ist. Neue Pläne haben die Hamkes derzeit nicht, doch eine Nachricht gibt es trotzdem: Zum 25-jährigen Speelwark-Jubiläum erscheint am 12. Juni die neue CD "Hallo lag, komm rein".
Freude haben die Hamkes nicht nur am Töverhuus und an der Musik, sondern insbesondere an ihrer Familie. "Wir beschäftigen uns sehr gerne mit unseren beiden kleinen Enkeln", erzählt das Ehepaar, das sich auch den frischen Meereswind in St. Peter-Ording ins Gesicht wehen lässt. Dort haben sie eine kleine Ferienwohnung. "Wir haben sie einst von Boje Steffen erworben", sagt Gisela Hamke, "die Wohnung hat also auch einen ideellen Wert."

aus den Elmshorner Nachrichten vom 16.05.2009

Zurück