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Liether Moor durch Sperrungen entlasten

Bürger sollen in die Beratungen einbezogen werden

KLEIN NORDENDE Möglicherweise gibt es eine Lösung für die Verkehrsprobleme im Liether Moor. Es wäre nach Abstimmung mit dem Straßenverkehrsamt des Kreises Pinneberg und dem Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr zulässig, die Straßen Wischdamm und Weg zum Schnakenmoor zu sperren. Durch diese Sperrung wäre der Durchgangsverkehr von und nach Elmshorn auf direktem Wege nicht mehr möglich. Die Straße Liether Moor würde dadurch entlastet. Wischdamm und Weg zum Schnakenmoor dürften dann nur noch von Fußgängern, Fahrrad- und Mofafahrer sowie dem landwirtschaftlichen Verkehr genutzt werden. Für alle anderen wäre die Durchfahrt verboten.
Von diesem Vorschlag berichteten der Vorsitzende des Klein Nordender Wegeausschusses Gerd Schümann und Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel den Mitgliedern des Ausschusses und den Vertretern der Anwohner Liether Moor.
Schinckel und Schümann hatten sich in der vergangenen Woche mit Angela Biermann vom Straßenverkehrsamt, Dieter Bock von der Fachaufsicht des Landes und Kerstin Westphal vom Ordnungsamt des Amtes Ejmshorn-Land getroffen.
"Wir hatten ursprünglich die Idee, die Straßen im Liether Moor mit Durchfahrt-verboten-Schildern mit dem Zusatz: ,Anlieger frei' zu versehen. Über diese Brücke wollten Biermann, Bock und Westphal nicht gehen", erzählte Schinckel, der sich allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen konnte, dass die "Corona" nur nach Klein Nordende kommt, um die Vorschläge der Gemeinde abzulehnen. Der Bürgermeister erläuterte den Anwesenden, warum sich Biermann und Bock mit der "Anlieger-frei-Variante" so schwer taten. Die Definition von "Anliegen" wird von deutschen Gerichten unterschiedlich gewertet. Sowohl das Anliegen, das Autofahrer haben, um die jeweilige Straße zu befahren, als auch die Anlieger als Einwohnerwaren als Begrifflichkeit vor Gericht als zulässig erachtet worden. Diese Rechtsunsicherheit war ein Grund für die Ablehnung der Variante. Für Biermann und Bock gab es darüber hinaus einen weiteren Ablehnungsgrund. Die Straße Liether Moor in Klein Nordende ist, wie die Dorfstraße, als "Haupterschließungsstraße" definiert. "Eine Haupterschließungsstraße kann man nicht komplett sperren und damit der Öffentlichkeit entziehen", erklärt Biermann. Anders sei dies mit dem Wischdamm und dem Weg zum Schnakenmoor. Hier handelt es sich um Wirtschaftswege, die können für den öffentlichen Auto-, Motorrad- und Lkw-Verkehr gesperrt, für den landwirtschaftlichen Verkehr jedoch freigegeben werden.

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Eine Lösung für Liether Moor: Den Wischdamm sperren mka

Biermann weist auf Nachfrage daraufhin, dass alternativ auch eine Schrankenregelung für die Straße Liether Moor rechtlich zulässig wäre. Die Straße könnte dann von beiden Seiten befahren werden und wäre nicht der Öffentlichkeit entzogen. Die Einwohner könnten in diesem Fall einen Schlüssel für die Schranke erhalten. Der Klein Nordender Wegeausschuss hat die Vorschläge des Straßenverkehrsamtes zunächst an die Interessengemeinschaft der Anlieger Liether Moor weitergegeben. Hier sollen diese Ideen beraten werden. Wenn die Ergebnisse vorliegen, wird das Thema wieder auf der Tagesordnung des Wegeausschusses und der Gemeindevertretung stehen. mka


aus den Elmshorner Nachrichten vom 14.12.2009

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