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Druckausgleich im Schietkanal

Riesiges Rückhaltebecken für Abwasser in Klein Nordende schützt auch die Elmshorner vor üblen Überraschungen

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Das mehr als fünf Meter hohe Becken aus Beton soll gegen Ende des Jahres fertig sein. Bauarbeiter haben bereits den Boden gegossen und mit dem Bau der Wand- konstruktion begonnen. Foto: Carsten Petersen

Elmshorn/Klein Nordende Ein riesiges Becken wird zurzeit in Klein Nordende unweit der Elmshorner Stadtgrenze gebaut. Allerdings bekommt der Elmshorner Nachbarort kein neues Freibad. Das größte Bauwerk der Gemeinde wird ein Rückhalte- und Ausgleichsbecken des Abwasserzweckverbandes (AZV) Südholstein: 5,21 Meter hoch und mit einem Durchmesser von 36 Metern wird es fünf Millionen Liter Wasser fassen können - das entspricht knapp 36 000 Badewannenfüllungen oder auch dem täglichen Wasserverbrauch von rund 40 000 Menschen.

Sinn und Zweck des rund drei Millionen Euro teuren Projekts: Ausgeglichene Pegelstände im Abwasserkanal zum Klärwerk in Hetlingen und ein Schutz vor Abwasseraustritt aus der Kanalisation bei Starkregen. Deshalb haben zum Beispiel auch die Elmshorner einen Nutzen von dem neuen Bauwerk an der Ecke Ziegeleiweg / An der Bahn: Aus dem Mischwassersystem der Krückaustadt werden nämlich Abwasser und Regenwasser gemeinsam in den so genannten Sammler Nord eingeleitet, einem großen Abwasserkanal, der bis zum Klärwerk in Hetlingen führt.

Bei starken Regenfällen kann es passieren, dass der Kanal durch die anfallende Wassermenge überlastet ist. Das neue Rückhalte- und Ausgleichsbecken in Klein Nordende soll dann künftig für Entlastung sorgen: Das Wasser kann in dem großen Becken gesammelt werden und wird erst nach und nach in den Sammler Nord abgegeben. Üble Überraschungen mit überlaufenden Abwasserleitungen werden vermieden.

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Die neue Pumpstation mit Klinkerfassade und Pfannen- dach ist schon fast fertig. Links die Becken-Baustelle. CPE

Andererseits trägt das neue Becken auch bei langer Trockenheit als Reservoir dazu bei, die Schwankungen in der Wassermenge auszugleichen. Der Vorteil: Je gleichmäßiger der Wasserfluss in der Leitung ist, desto effizienter können die Anlagen im Klärwerk arbeiten und desto geringer sind auch die Geruchsbelastungen entlang des großen Sammlers.

Das große Becken selbst soll Ende des Jahres fertig sein, und bereits gut zu erkennen ist das daneben als Klinkerbau entstandene Pumpwerk. Über dem Becken ist übrigens ein Gründach geplant. Es wird dafür sorgen, dass sich das Bauwerk in die Landschaft einfügt. Im Innern wird später die Luft über dem Wasser speziell gefiltert, damit keine Gerüche austreten. Zudem soll das gesamte Gelände rundum von Knicks und größeren Hecken als Sichtschutz umsäumt werden. In Betrieb gehen soll die Anlage voraussichtlich im Mai 2011. Carsten Petersen

ABWASSERZWECKVERBAND: 1000 LITER PRO SEKUNDE
Der Abwasserzweckverband (AZV) Südholstein ist 1965 als AZV Pinneberg von 39 Städten und Gemeinden gegründet worden, damit gemeinsam das Abwasser gesammelt, transportiert und gereinigt werden kann. In Hetlingen an der Elbe wurde ein neues Klärwerk gebaut und die alten Anlagen wie das Klärwerk Elmshorn an der Kruck eingestellt. Seitdem hat sich die Wasserqualität in Krückau, Pinnau, Wedeler Au und auch die Elbe erheblich verbessert. Das Klärwerk in Hetlingen ist stetig erweitert und modernisiert worden und ist heute das größte in Schleswig-Holstein. Hier kommen im Durchschnitt 1000 Liter Abwasser pro Sekunde aus dem jetzigen Einzugsgebiet an: von etwa 480.000 Menschen aus dem Kreis Pinneberg, Teilen der Kreise Steinburg und Segeberg sowie den nordwestlichen Stadtteilen Hamburgs. Vom Klärwerk am weitesten entfernt liegt Kaltenkirchen an einem 35 Kilometer langen Hauptsammler. Insgesamt hat der AZV ein Freigefällesystem von rund 80 und ein Druckleitungssystem von rund 83 Kilometern Länge. Die rund 220 Mitarbeiter sind unter anderem auch für 26 Pumpstationen zuständig - die neue Anlage in Klein Nordende noch nicht mitgerechnet. cpe

aus den Elmshorner Nachrichten vom 14.08.2010

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