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Klein Nordende: Ärger wegen Ebbe in der Kasse

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KLEIN NORDENDE Das Klein Nordendes Gemeindekasse chronisch klamm ist, ist kein Geheimnis. Auch der im Dezember vom Dorfparlament verabschiedete Haushalt weist wieder ein Minus aus. Während der jüngsten Gemeindevertretersitzung monierte ein Bürger im Rahmen der Einwohnerfragestunde, dass nun auch noch ein Naturlehrpfad geplant sei, der das Dorf 25 000 Euro kosten solle. In diesem Zusammenhang regte er Grundsteuererhöhungen an, um an Landeszuschüsse zu kommen.

Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel von der örtlichen Wählergemeinschaft entgegnete, dass höhere Grundsteuern nicht bedeuteten, dass auch wirklich Landesgelder fließen würden. "Was ist, wenn wir die Steuern erhöhen und dann keine Gelder vom Land kommen?" Klein Nordendes stellvertretender Bürgermeister Siegfried Schultz (Wählergemeinschaft) machte die hohe Kreisumlage mit verantwortlich für die prekäre Kassenlage. Man zahle inzwischen knapp 1,2 Millionen jährlich - und frage sich "manchmal schon wofür". Andreas Kamin (SPD) hingegen unterstrich, dass Klein Nordendes Politiker "die Verantwortung für unseren Haushalt tragen".

Weiterhin für Missstimmung sorgt das im vergangenen Jahr angeschaffte Dialog-Display-Geschwindigkeitsmessgerät, das noch immer nicht so funktioniert, wie es sich die Gemeindevertreter vorstellen. Der Wegeausschuss-Vorsitzende Jürgen Huckfeldt (CDU) bezeichnete das Gerät "als einfach nicht befriedigend". Bürgermeister Schinckel wies daraufhin, dass am Sitzungstag ein Techniker der Herstellerfirma vor Ort gewesen sei, um sich des Problems anzunehmen. Schinckels Kommentar: "Schauen wir mal, was dabei jetzt rauskommt."

Geht es nach den Mitgliedern der Gemeindevertretung, bleibt Klein Nordende eine Fracking-freie Kommune. Einstimmig votierten die Politiker für eine entsprechende Willenserklärung. Wobei Kamin darauf hinwies, dass das Thema letztlich der Bundesgesetzgebung unterliege. Aber die Runde war sich einig, mit ihrem Votum zumindest ein eindeutiges Signal setzen zu wollen. Frackingist eine Methode der Erdöl- und Erdgasförderung bei der - vereinfacht ausgedrückt - Gas und Öl aus tieferen Gesteinsschichten "herausgequetscht" werden. Bei den Bohrungen wird mit extrem hohem Druck eine Mischung aus Wasser, Quarzsand und verschiedenen Chemikalien in den Boden gepumpt, wodurch das Gestein regelrecht aufgesprengt (gefrackt) wird.

Noch im Dezember hatten sich die Gemeindevertreter gegen die Errichtung eines Mobilfunkmastes am Heideweg ausgesprochen, um das Landschaftsbild nicht zu beeinträchtigen - nun kommt er wohl doch. Die Telekom lehnte alternative Standortvorschläge mit der Begründung ab, diese lägen entweder zu nah an der Bahnstrecke, oder würden vorgeschriebene Grundstücksabstände nicht einhalten. Gegen die Stimmen der CDU-Vertreter gaben die Politiker Grünes Licht für den Mastbau am Heideweg. caw

aus den Elmshorner Nachrichten vom 14.03.2015

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