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Klein Nordende: Aufbruch in die digitale Zukunft

Klein Nordende: Aufbruch in die digitale Zukunft

KLEIN NORDENDE Die Kommunalpolitiker in Elmshorns Nachbargemeinde Klein Nordende haben sich nicht entmutigen lassen. Jetzt werden sie für ihre Hartnäckigkeit belohnt. Bürgermeister Hans Barthold Schinckel (Wählergemeinschaft) spricht von einem "sehr freudigen Ereignis": Fast alle 1200 Haushalte im Dorf werden mit einem Breitbandanschluss versorgt, der eine schnelle Nutzung des Internets ermöglicht. Lediglich einige wenige Häuser, die abgelegen im Liether Moor stehen, werden nicht berücksichtigt. Das Land fordert das ehrgeizige Projekt mit 331000 Euro, die Gemeinde mit 110000 Euro. "Es geht sofort los und wir gehen davon aus, dass wir Mitte Februar 2014 einschalten können", verkündet Diplom-Ingenieur Torsten Kemper-Larive. Er ist bei der Deutschen Telekom zuständig für den Breitbandausbau in Kommunen. Die Telekom hat nach einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag erhalten. Die Tiefbauarbeiten sollen in kürze beginnen. "Eine gute Internetanbindung ist genauso wichtig wie genügend Kita- und Krippenplätze", ist Schinckel überzeugt.

Ein Dorf im weltweiten Datennetz

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Telekom verlegt Glasfaser. Land und Gemeinde fördern das Projekt. Von Anfang 2014 an können alle ganz schnell "surfen".

KLEIN NORDENDE. Der Bürgermeister von Klein Nordende, Hans-Barthold Schinckel und seine Mitstreiter im Gemeinderat "mühen sich seit zwei Jahren" um einen schnelleren Internetanschluss des Dorfes. Wie Schinckel berichtet, sei man sowohl in Gespräche mit den Stadtwerken Elmshorn als auch mit den Stadtwerken Barmstedt und dem Abwasserzweckverband (Breitbandangebot) nicht vorangekommen. Letztlich sei die Gemeinde mit der Telekom übereingekommen. Das Unternehmen baut gerade in der Endphase ein Glasfasernetz in der Elmshorner Nachbargemeinde Kölln-Reisiek auf.

Im Gegensatz zu Kölln-Reisiek wird in Klein Nordende - wie nur noch in drei weiteren Gemeinden des Landes in diesem Jahr - das Projekt vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein gefördert. Mit den 331 000 Euro und den 110 000 Euro aus der Gemeindekasse wird die sogenannte "Wirtschaftlichkeitslücke" geschlossen. Das bedeutet: Es werden bei einer geplanten Ausbaumaßnahme für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren Ausgaben und zu erwartende Einnahmen gegenübergestellt. Überschreiten die Einnahmen die Ausgaben, gibt es einen Gewinn, umgekehrt eine Deckungslücke. Um in diesem Fall den Ausbau für ein Unternehmen in einer absehbaren Zeit dennoch voraussichtlich rentabel zu machen, wird finanziell die Lücke geschlossen, die einen Breitbandausbau im ländlichen Raum garantiert zu einem Verlustgeschäft machen würde.

Zur Förderung des teuren Breitbandausbaus im ländlichen Raum hat die Landesregierung für 2013 insgesamt etwa drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Vor allem Planungs- und besonders die Tiefbaukosten machen einen Breitbandausbau in der Fläche mit geringen Kundenzahlen für Kommunikationsunternehmen extrem unattraktiv. Letztlich sind auch im Falle Klein Nordendes trotz der Fördermittel bei der europaweiten Ausschreibung alle anderen Mitbieter abgesprungen und allein die Telekom übriggeblieben.

Das neue Glasfasernetz bedeutet keine Veränderungen direkt bei den Kunden und ihren Hausanschlüssen. Die bessere Leistung wird trotz der gebräuchlichen Telefonleitungen aus Kupfer als letztes Stück der Übertragungsstrecke zum Kunden möglich. Allerdings müssen die Kunden sich von ihrem jeweiligen Anbieter - in den meisten Fällen kostenfrei - hochschalten lassen (siehe Info-Kasten). Carsten Petersen

BREITBAND: DAS MUSS JEDER KLEIN NORDENDER WISSEN

Die neue Breitband-Geschwindigkeit in Klein Nordende kommt nicht von allein ins Haus. "Jeder Kunde muss sich bewegen und sich bei seinem Internet-Anbieter hochschalten lassen", stellt Torsten Kemper-Larive von der Deutschen Telekom fest. Wer nach Fertigstellung des Projekts nichts unternimmt, behält die Internetanbindung in der jetzt geringen Geschwindigkeit (unter 2 Mbit pro Sekunde). Dabei kostet das dann bis zu acht Mal schnellere und in städtischen Bereichen übliche DSL (Digital Subscriber Line) mit Übertragungsraten von bis zu 16 Mbit pro Sekunde nicht mehr als bisher. Lediglich das noch leistungsstärkere und dann aber ebenfalls mögliche VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 52 Mbit pro Sekunde beim Empfang von Daten und 11 Mbit pro Sekunde beim Senden von Daten schlägt mit etwa fünf Euro mehr im Monat zubuche - muss aber nicht genommen werden.
Und: Jeder kann zur Telekom wechseln, muss es aber nicht. Das Kommunikationsuntemehmen stellt zwar das Datennetz mit Glasfasern her, muss es aber allen anderen Internet-Anbietern gegen ein Netzentgeld zur Verfügung stellen. Das Netzentgeld zahlt der Internet-Anbieter an die Telekom; es wirkt sich nicht direkt beim Endkunden aus. Die Gemeinde wird wahrscheinlich zu dem Thema noch einen Info-Abend veranstalten.
Wer ein neues Haus baut, sollte - so Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel - auf keinen Fall vergessen, eine kommunikationstechnische Einrichtung (Telefonanschluss) installieren zu lassen, auch wenn man keinen Telefon-Festnetzanschluss oder Kabelfernsehen haben will: Ohne eine derartige technische Einrichtung ist ein Festnetz-lnternetanschluss nicht möglich.

 
aus den Elmshorner Nachrichten vom 13.06.2013

 

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