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Besorgte Eltern fordern Tempolimit

Klein Nordende: Debatte um Dorfstraße entbrannt

KLEIN NORDENDE Ein schwerer Verkehrsunfall hat in Klein Nordende eine Debatte um die Dorfstraße ausgelöst. Nachdem vor zwei Wochen ein Motorradfahrer verunglückt war, weil ihm die Vorfahrt genommen wurde, stehen die Rechts-vor-Links-Regelung und die zulässige Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde in der Diskussion. Besonders Klein Nordender Eltern, deren Kinder die Grundschule Klein Nordende-Lieth besuchen, machen sich Sorgen über die überhöhte Geschwindigkeit einiger Verkehrsteilnehmer, die für Kinder schwer einsehbaren Straßen im Zuge der Rechts-vor-Links-Regelung sowie eine Gefährdung der jungen Fahrradfahrer im Bereich der Parkplatzeinfahrt des neuen Supermarktes.

Ihre Vorschläge: Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 für die gesamte Dorfstraße und mehr Erhöhungen, die die Verkehrsteilnehmer ausbremsen. Ein Hinweis für Autofahrer auf querende Fahrradfahrer an der Parkplatzeinmündung des Rewe-Marktes und ein Sichtspiegel auf der gegenüberliegenden Straße.

Zum Hintergrund: Bis 2007 war die Dorfstraße eine Vorfahrtsstraße. Viele Autofahrer nutzten sie als Verbindung von der Bundesstraße 431 nach Elmshorn. Das zunehmende Verkehrsaufkommen und die teilweise hohen Geschwindigkeiten führten dazu, dass die Gemeindevertretung ein Konzept für die Verkehrsberuhigung auf die Beine stellte.

2006 wurde eine Verkehrszählung durchgeführt. 7000 Fahrzeuge täglich, dabei ein großer Anteil an Durchgängern nach Elmshorn, waren das Ergebnis. Die Gemeinde entschloss sich daraufhin, diesem Verkehrsaufkommen entgegenzuwirken. Klein Nordende führte für den gesamten Straßenzug eine Rechts-vor-Links-Regelung ein, begrenzte die Geschwindigkeit rund um das Töver-huus auf 30 Kilometer pro Stunde. Darüber hinaus erhielt die Dorfstraße direkt im Anschluss an diese "30er-Zone" eine "Groninger Rampe" (Erhöhung).

Elmshorner Fahrschulen nutzen seitdem die Dorfstraße gern als Übungsstrecke. Eine Straße mit einer derart umfangreichen Rechts-vor-Links-Regelung bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Stundenkilometern gibt es in Elmshorn und Umgebung nicht so häufig. "Die aktuelle Verkehrsregelung ist vernünftig", sagt der Elmshorner Fahrschullehrer Christian Sellhorn und berichtet: "Von der B431 kommend ist es für die Fahrschüler relativ leicht, sich auf die Rechts-vor-Links-Regel einzustellen. Vom Töverhuus kommend ist es deutlich schwieriger und interessanter. Es gibt nicht nur die Straßen, bei denen diese Vorfahrtsregel gilt, sondern einige Straßen, bei denen sie nicht angewandt wird. Die Fahrschüler lernen auf dieser Strecke räumliches sehen, mit der Rechts-vor-Links-Regel umzugehen."

Die Wirkung der 2007 eingeführten Maßnahmen stellte sich zügig ein. Das Verkehrsaufkommen halbierte sich. Beschwerden seien seitdem kaum aufgetreten. Der Durchgangsverkehr ist nahezu raus aus dem Dorf. Außer einigen Blech- und Glasschäden habe es keine Verkehrsunfälle gegeben, berichtet vemunrtig", sagt aer Elmshörner Fahrschullehrer Christian Sellhorn und berichtet: "Von der B431 kommend ist es für die Fahrschüler relativ leicht, sich auf die Rechts-vor-Links-Regel einzustellen. Vom Töverhuus kommend ist es deutlich schwieriger und interessanter. Es gibt nicht nur die Straßen, bei denen diese Vorfahrtsregel gilt, sondern einige Straßen, bei denen sie nicht angewandt wird. Die Fahrschüler lernen auf dieser Strecke räumliches sehen, mit der Rechts-vor-Links-Regel umzugehen."

en-110812Die Wirkung der 2007 eingeführten Maßnahmen stellte sich zügig ein. Das Verkehrsaufkommen halbierte sich. Beschwerden seien seitdem kaum aufgetreten. Der Durchgangsverkehr ist nahezu raus aus dem Dorf. Außer einigen Blech- und Glasschäden habe es keine Verkehrsunfälle gegeben, berichtet Klein Nordendes Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel. "Es ist relativ wenigpassiert. Die meisten Vorfahrtsberechtigten lassen eine gewisse Vorsicht walten und beharren nicht immer auf ihrem Recht", so Schinckel und macht deutlich: "Wir haben keinen Grund, die bestehende Regelung wieder zu ändern."

Eine Ergänzung für die Dorfstraße ist von Seiten der Gemeinde allerdings im Gespräch. Es wird derzeit über eine Querungshilfe im Bereich des Supermarktes nachgedacht. Bevor hier jedoch weitere Schritte eingeleitet werden, soll eine erneute Verkehrszählung Aufschluss über die aktuelle Nutzung der Dorfstraße durch Autofahrer und Fußgänger bringen. Meike Kamin

aus den Elmshorner Nachrichten vom 11.08.12

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