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Stoppt Elmshorn Pläne von Klein Nordende?

Stoppt Elmshorn Pläne von Klein Nordende?

ELMSHORN Die Gemeinde Klein Nordende plant ein Einkaufszentrum mit Supermarkt, Restaurant, Veranstaltungsräumen, Apotheke und einer Bankfiliale. Die Kunden für dieses neue Zentrum sollen aus der Gemeinde und aus Elmshorn-Süd kommen. Nur so, haben Gutachter dargelegt, rechnet sich das etwa 1400 Quadratmeter große Einkaufszentrum im Nachbardorf. In den Elmshorner Rathaus-Fraktionen ist das Projekt umstritten.



Einkaufszentrum Klein Nordende in Gefahr: Was sagt Elmshorn?

Genehmigt ist bislang nur eine kleine Variante im Nachbarort / Ob die Stadt einer großen Lösung zustimmt, ist offen

ELMSHORN Am 30. Juni soll es im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt eine umfassende Diskussion mit Fachleuten geben. Die Gemeinde Klein Nordende hat im genehmigten Flächennutzungsplan ein Einkaufszentrum mit 700 Quadratmeter Verkaufsfläche ausgewiesen.
Dafür haben Elmshorn und auch die Landesplanung in Kiel während des Verfahrens ihre Zustimmung gegeben. Doch ein Zentrum mit 700 Quadratmeter Verkaufsfläche rechnet sich nicht, haben Gutachter ermittelt. Also plante man größer. Doch selbst für das jetzige Zentrum war es schwierig, Investoren und Supermarktketten zu begeistern. Es gab viele Absagen und nur eine Zusage.
Nach dieser Zusage entstand aus der Grobplanung eine detaillierte Planung mit Gutachten. Die Kommune gab sowohl ein Einzelhandelsgutachten als auch Parkraumgutachten in Auftrag. Die Kernaussage des Einzelhandelsgutachtens: Ohne die Kaufkraft aus dem Wohngebiet Elmshorn-Süd ist das Zentrum nicht profitabel zu betreiben. Diesen möglichen Abzug von Kaufkraft betrachten Elmshorner Kommunalpolitiker mit Argwohn. Und sie haben die Chance, das Einkaufszentrum zu verhindern.

"Mit Skepsis betrachten
Elmshorner das Projekt,
weil es ihrer Meinung
nach nur eine Umver-
teilung der bestehenden
Kaufkraft geben kann."

Dies deshalb, weil die Gemeinde statt der im Flächennutzungsplan genehmigten 700 Quadratmeter 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche plant. Die Landesplanung, dies erfuhren die Elmshorner Nachrichten, hat Elmshorn mitgeteilt, wenn die Stadt Nein zum Klein Nordender Projekt sage, dürfe es nicht gebaut werden. Mit Skepsis betrachten Elmshorner das Projekt, weil es ihrer Meinung nach nur eine Umverteilung der bestehenden Kaufkraft geben kann. Das bedeutet: Wer heute in Elmshorn-Süd oder in der Innenstadt einkauft, fährt nach Klein Nordende, wenn es das Zentrum gibt. Negative Auswirkungen kann auch die geplante Bankfiliale in Klein Nordende auf die Bankfilialen im Süden von Elmshorn haben. Möglicherweise sollen im geplanten Klein Nordender Einkaufszentrum auch Produkte verkauft werden, die zu den sogenannten typischen Innenstadtprodukten zählen.
Wenn dies so käme, würde auch eine Umverteilung der Kaufkraft zu Lasten der Elmshorner Innenstadt stattfinden. In einer ersten Diskussion des städtischen Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt tauschten die Mitglieder diese Woche ihre Meinungen aus. Eine Entscheidungwurde nicht getroffen.
Die gibt es möglicherweise während der Sitzung am 30. Juni. In dieser Sitzung soll nicht nur über das Einzelhandelsgutachten für Klein Nordende beraten werden, sondern auch über das neue Elmshorner Einzelhandelsgutachten und über das Parkraumkonzept. Ob die Debatte im öffentlichen Teil der Sitzung geführt wird, ist noch nicht entschieden. Ulrich Lhotzky-Knebusch

aus den Elmshorner Nachrichten vom 11.06.2010

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