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Alternative Lebensform für Senioren

Es ist nicht nur ein lustiges Theaterstück, das da auf die Bühne gekommen ist. Es regt die Zuschauer auch dazu an, über eine andere Wohnform nachzudenken

en-091109-1.jpgKellermüüs SeniorenWG Premiere;v.l: Heimke Koebel (Adele), Ilona Bartl (Gesche), Renate Bartl (Berta), Henny Otto (Luise), Renate Schüssler (Karl).
MKA

KLEIN NORDENDE Was macht frau, wenn die Tochter schon vor Jahren ausgezogen ist, ihr eigenes Leben führt und auch für Besuche keine Zeit hat; der Ehemann schon seit geraumer Zeit nicht mehr unter den Lebenden weilt und sich die Einsamkeit im Leben breit macht? Sie gründet eine Senioren-WG, so die Idee des Dreiakters "Die Senioren-WG von Joachim Grabbe, dass die Klein Nordender Kellermüüs am Wochenende vor nahezu zweimal ausverkauftem Haus auf die Bühne brachten. Ein großes Haus und viele leere Zimmer, eine gute Freundin und die Idee in Zukunft nicht mehr alleine wohnen zu wollen, bilden den Rahmen des Stücks, das Liesel Höllander (Lusises Tochter Susanne), Henny Otto (Luise), Ilona Bartl (Studentin Gesche), Renate Schüssler (Karl), Renate Bartl (Berta) und Heimke Koelbel (Adele) unter der Leitung von Karin Reimers mit viel Schwung und Humor mit Leben erfüllten.
"Fernsehen, lesen oder die Wände anstarren, das kann es doch noch nicht gewesen sein", stellt Luise in ihrem großen Haus fest und begeistert sich für die Idee ihrer Freundin Berta, eine Senioren-WG zu gründen. Mit Adele und Karl sind schnell weitere Mitbewohner gefunden, die Studentin Gesche rundet die WG ab. Neben der ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema "Leben im Alter" kam der Spaß für die Zuschauer nicht zu kurz.
Wortwitz, wie "Sterben müssen wir alle mal, aber ich lass mich doch nicht drängeln", kleine Verwicklungen zwischen den Damen, der Studentin und dem Hahn im Korb, eine Hose, die von allen Mitbewohnern gekürzt wird, strapazierten die Lachmuskeln des Publikums. Für Sätze wie "Wir gehören noch lange nicht zum alten Eisen", Jetzt fängt das Leben erst an" oder "Kinder kommen nur Weihnachten, zum Geburtstag zu Besuch und wenn sie etwas wollen" gab es immer wieder Szenenapplaus. Kein Wunder, dass es am Ende lang anhaltenden Applaus für alle Mitwirkenden gab und sich der eine oder andere ernsthafte Gedanken über eine eigene Senioren-WG machte. Meike Kamin

aus den Elmshorner Nachrichten vom 09.11.2009

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