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Schlieckers Hühner sind immer mobil

Züchter Stefan Schliecker aus Klein Nordende hält einen Teil seiner Tiere in einer ganz besonderen Stallanlage

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KLEIN NORDENDE Erst war es nur ein kleines dunkelrotes Holzhaus, das in Klein Nordende am Sandweg 136, an der Bundeststraße 431, die Blicke der Autofahrerauf sichlenkte. Mittlerweile ist auf der nahegelegenen Wiese ein weiteres Gebäude entstanden. Was passiert auf dem Hof Schliecker mag sich so mancher Klein Nordender gefragt haben. Des Rätsels Lösung: Auf der Wiese steht ein mobiler Hühnerstall, in der Hütte werden ab 17. Mai frische Freilandeier verkauft.

Insgesamt 3300 Hennen sind in drei verschiedenen Ställen auf dem Hof von Stefan Schliecker untergebracht. In den Gebäuden sind die Schlafstangen der Hühner, die Tränken, die Futteranlagen und auch die Nester zur Eiablage. Darüber hinaus haben die Hennen jederzeit die Möglichkeit, ihren Stall zu verlassen und auf der Wiese zu scharren.

Alles Voraussetzungen für die Freilandhaltung. Während es sich bei zwei Ställen um feste Gebäude handelt, ist der dritte und neueste Stall ein mobiles Gebäude. Schliecker erläutert die Besonderheiten des mobilen Hühnerstalls: "Hühner sind Fluchttiere. Deshalb halten sie sich am liebsten in der Nähe ihres Stalls auf. So können sie, wenn sie das Gefühl haben, ihnen droht Gefahr, schnell in den Stall flüchten. Das hat allerdings zur Folge, dass das Gras in unmittelbarer Nähe des Stalls meistens abgefressen und von der Grasnarbe meistens nicht mehr viel übrig ist. Bei einem festen Stallgebäude lässt sich das nicht so einfach ändern. Der mobile Hühnerstall kann, wenn die Hühner das Gras abgefressen haben, bewegt werden. Dadurch haben sie ständig in unmittelbarer Nähe ihres Stalls immer frisches Gras zum Fressen."

en 090515bDer neue, mobile Hühnerstall ist nach Meinung von Schliecker das "I-Tüpfelchen" der Freilandhaltung der Hühner. Rund 100000 Euro hat der Klein Nordender investiert, um die Hühner so artgerecht wie möglich zu halten. Kleine Gruppen, ausreichend Auslauf, keine Zugluft, immer frisches Futter und Wasser, keine kotverschmutzten Böden. Diese Art der Hühnerhaltunghat nach Schlieckers Auffassung zahlreiche Vorteile: "Außer den vorgeschriebenen Impfungen bekommen unsere Hühner so gut wie keine Medikamente. Außerdem haben die Tiere durch den Auslauf keine Langeweile. Sie fangen nicht an, anderen Hühnern die Federn auszurupfen und werden nicht aggressiv sondern sie fühlen sich wohl", so Schliecker.

Der Klein Nordender weiß genau wovon er spricht. Neben der Freilandhaltung, gab es rund ein Jahr lang auch einen Stall für die Bodenhaltung von Hühnern auf dem Hof Schliecker. "Diese Form der Hühnerhaltung wollen wir nicht. Nach einem Jahr sind wir komplett zur Freilandhaltung gewechselt," sagt Schliecker.

Der Klein Nordender Landwirt gewährt einen Einblick in den neuen, mobilen Hühnerstall. Er klopft an eine Metalltür, innerhalb des Gebäudes, wartet einen Moment und öffnet dann die Tür. Hinter dieser Tür sind 1500 Hennen untergebracht, die ihn jetzt neugierig anblicken. Langsam bewegt er sich in den Stall hinein. Keine schnellen Bewegungen. Nur leise erklärt Schliecker die Gegebenheiten innerhalb des mobilen Stalls. Laute Geräusche oder schnelle Bewegungen würden die Tiere, die ruhigauf ihren Stangen sitzen, fressen oder dem Landwirt neugierig entgegen kommen, erschrecken. "Sie gewöhnen sich schnell an mich", schmunzelt Schliecker. Mindestens einmal täglich macht der Klein Nordender einen Rundgang durch seine Hühnerställe. Kontrolliert die Hennen, prüft, ob sie genug gefressen haben, ihre Füße warm sind, ausreichend Futter und Wasser vorhanden ist.

Die Hühner, die im mobilen Stall untergebracht sind, sind noch sehr jung und in der Eingewöhnung. Deshalb dürfen sie zurzeit nur innerhalb des Stalls frei bewegen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Tiere zurzeit keine Möglichkeit haben, an frisches Gras zukommen. Eine Besonderheit des neuen Stalls ist nämlich eine Art "Wintergarten". Ein Stück Wiese ist ein überdachter Teil des Hühnerstalls.

In spätestens 14 Tagen sind die Hennen alt genug und haben dann die Wahl, ob sie lieber in ihrem Stall bleiben oder draußen sind. "Wer künftig bei uns Eier kauft, der kann direkt die Hühner sehen, die die Eier gelegt haben", sagt Schliecker. Meike Kamin

aus den Elmshorner Nachrichten vom 09.04.2015

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