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"Fühlen uns nicht ernst genommen"

Klein Nordende: Bürgerinitiative fordert "klare Auskünfte" zum Bebauungsplan Bürgermeister-Diercks-Straße

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Fühlen sich unzureichend informiert: Die Mitglieder der Bürgerinitiative Wohnressort Auenland, Eva Kühnel, Petra Rejze, Christine Ader, Helge Adomat, Angelika Uihlein (v.li.) MKA

KLEIN NORDENDE Eva Kühnel, Petra Rejzek, Christine Ader, Helge Adomat, Angelika Uihlein sind Mitglieder der Bürgerinitiative "Wohnressort Auenland". Sie fühlen sich von der Gemeinde Klein Nordende unzureichend informiert und mit ihren Sorgen und Nöten allein gelassen. Die Gemeinde Klein Nordende plant an der Bürgermeister-Diercks-Straße ein neues Wohngebiet. Wo bisher Wiesen und Weiden waren, sollen jetzt 21 Baugrundstücke entstehen, die mit Einfamilienhäusern bebaut werden dürfen. Einzige Ausnahme bildet ein Grundstück an der neuen Planungsstraße. Hier könnten ein oder zwei Häuser mit insgesamt sechs Eigentumswohnungen entstehen. Der Bebauungsplan sieht eine Bebauungstiefe von 40 Meter, eine maximale Bebauung je Grundstück von 30 Prozent, eingeschossige Bebauweise, bei der das Obergeschoss maximal zwei Drittel der Fläche des Erdgeschosses haben darf, und eine Firsthöhe von 10,50 Metern vor.
Die Mitglieder der Bürgerinitiative sind Anwohner der Bürgermeister-Diercks-Straße und haben der Gemeinde einen offenen Brief geschrieben (EN berichtete), in der sie ihre offenen Fragen aufgelistet haben. "Wir hoffen, dass die Gemeinde unsere Fragen verständlich beantwortet", sagen die Fünf. Sie alle haben Bauausschusssitzungen, die Sitzung der Gemeindevertretung und auchdie Bürgeranhörung besucht und sahen sich mit vielen unverständlichen Gesetzestexten und Verordnungen konfrontiert. Ob Baurecht, Straßenausbaubeitragssatzung oder der Weg eines Bebauungsplans bis zur Gültigkeit sind für Laien teilweise schwer verständlich, so die Mitglieder der Bürgerinitiative. Sie fühlen sich verunsichert, besonders was den nach Abschluss des Baugebietes geplanten Ausbau der Straße und die anfallenden Kosten angeht. Eine klare Stellungnahme zu den Kosten, die möglicherweise auf sie zukommen werden, haben die Anwohner der Bürgermeister-Diercks-Straße bisher nicht erhalten. "Hier wohnen Menschen, die jetzt schon überlegen, ob sie ihr Haus nicht lieber verkaufen, weil sie nicht wissen, wie sie die Kosten für eine Straße bezahlen sollen", berichtet Angelika Uihlein und Eva Kühnel ergänzt: "Wir möchten eigentlich, dass die Straße so bleibt wie sie ist."
In diesem Zusammenhang kritisiert die Bürgerinitiative den Bauausschussvorsitzenden Peter Bartl, der während der Bürgeranhörung den Ausbau der Bürgermeister-Diercks-Straße mit dem Verlegen neuer Leitungen im Utweg verglich. "Wir fühlen uns nicht ernst genommen", sagt Uihlein. In diesem Zuge bemägeln die Anlieger auch ein fehlendes Verkehrskonzept und die nicht ausgereifte Planung von Pkw-Stellplätzen. Das Fass zum Überlaufen brachte bei vielen Anwohnern der Bürgermeister-Diercks-Straße jedoch etwas ganz anderes. Der bisher vorhandene Knick entlang der
Weiden zur Straße hin wurde komplett beseitigt. "Wenn der Knick nur zurückgeschnitten worden wäre, hätten wir das nachvollziehen können. Hier wurden jedoch gleich die Wurzeln mit ausgegraben. Während der Bürgeranhörung wurde uns gesagt, das ist mit der Naturschutzbehörde abgestimmt. Wir haben dort angerufen und die wussten von nichts", berichten die Mitglieder der Bürgerinitiative fassungslos. Alle erinnern sich gut an den Einsatz der Gemeinde, um den Knick entlang des Vossbargs und der Zempiner Straße zu erhalten.
Es wundert sie auch, dass im Bebauungsplan Hinweise auf den früheren Torfabbau und möglichen Torflinsen auf dem Gelände fehlen. Ob hier möglicherweise auf Stelzen gebaut werden muss, wird auch nirgendwo aufgeführt, kritisiert die Bürgerinitiative.
Ein weiteres Ärgernis ist die geplante Höhe der Neubauten. Die bisher vorhandenen Häuser sind im Schnitt acht Meter hoch. Auf der gegenüberliegenden Seite sind Höhen von 10,50 Metern geplant. Hier hätten sich die Anwohner mehr Unterstützung und ein offenes Ohr von Seiten der Gemeinde gewünscht. "Gibt es die Möglichkeit unseren Bebauungsplan anzupassen und wie könnte das aussehen?" ist die Frage der Anwohner.
Christine Ader bringt das Anliegen der Bürgerinitiative auf den Punkt: "Es geht uns nicht darum, das Baugebiet zu verhindern, sondern wir wünschen uns von der Gemeinde klare Auskünfte." mka

aus den Elmshorner Nachrichten vom 09.01.2010

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