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Sanierung des Gemeindezentrums steht auf der Kippe

Sanierung des Gemeindezentrums steht auf der Kippe

KLEIN NORDENDE Die Sanierung des Klein Nordender Gemeindezentrums steht auf der Kippe. Ohne Zuschüsse aus dem Konjunkturpaket II ist die Sanierung von Dach, Fenstern, Heizung und die Dämmung der Außenwände für die Gemeinde nicht finanzierbar. Die Gemeinde erhielt jetzt ein Schreiben des Landes Schleswig-Holstein mit neuen Förderrichtlinien. Diese Richtlinien besagen, dass die Sanierung von Gemeindezentren nicht gefördert wird, wenn Teile des Gebäudes zu Wohnzwecken genutzt werden. Das trifft auf das Klein Nordender Gemeindezentrum zu.
Neben dem Büro des Bürgermeisters, einem Besprechungsraum, einem Mehrzweckraum sowie weiteren für Gemeindezwecke genutzte Räume, gibt es auch noch zwei Wohnungen. Die Klein Nordender Gemeindevertreter sind sauer oder wie es Klein Nordendes Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel ausdrückt: "Ziemlich erbost!" Denn diese geänderten Richtlinien waren in den ursprünglichen Vorschriften nicht ersichtlich. Kein Hinweis darauf, dass gemeindliche Gebäude, in denen es auch Wohnungen gibt, nicht gefördert würden.
Die gesamte energetische Sanierung des Gemeindezentrums schlägt mit 393 000 Büro zu Buche. Aus dem Konjunkturpaket sollten davon 343 000 Euro finanziert werden. Damit hätte Klein Nordende 50000 Euro aufbringen müssen. "Selbst wenn wir kein Geld haben, das hätten wir machen müssen. Diese Zuschüsse hätten wir nicht verschenken dürfen", so der Bürgermeister rückblickend.
Anfang des Jahres wurde das Konjunkturpaket II von der Bundesregierung aufgelegt. "Die Anträge mussten schnell eingereicht werden", erinnert sich Schinckel. Trotzdem hat sich die Gemeinde Unterstützung von einem Energieberater geholt. "Wir wollten wissen, was bei einer energetischen Sanierung anfällt. Unser Antrag sollte schließlich Hand und Fuß haben", berichtet der Bürgermeister. Im April kam dann der positive Vorbescheid des Landes. Daraufhin beauftragte die Gemeinde einen Architekten mit der Planung der Sanierungsmaßnahmen. Mit dem Schreiben des Innenministeriums stehen diese Pläne möglicherweise jetzt vor dem Aus. "Wir werden jetzt nicht nur nicht gefördert, sondern bleiben auch noch auf den bereits entstandenen Kosten sitzen", schimpft Schinckel. Für ihn steht allerdings auch fest, dass die Gemeinde den Mietern nicht kündigen wird, um doch noch an die Zuschüsse zu kommen. "Ich traue der Behörde nicht mehr. Die finden dann sicher noch andere Gründe. Plötzlich ist es der Giebel, der nicht nach Norden zeigt", so der Bürgermeister. Nach einer Kreisversammlung des Gemeindetages führten Vertreter Gespräche mit dem Innenministerium. "Jetzt soll der Vorgang beim Staatssekretär des Innenministeriums liegen. Ich halte es aber für fraglich, ob in diesem Jahr noch etwas passiert", so der Bürgermeister. mka

aus den Elmshorner Nachrichten vom 08.10.2009

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