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Wut-Brief: Lokalpolitiker in der Kritik

STRASSENBAU Bürger fühlen sich getäuscht

KLEIN NORDENDE Alles andere als glücklich zeigen sich zahlreiche Anwohner der Straße "Am Redder" über einen Beschluss der Gemeindevertreter Klein Nordendes. Die Lokalpolitiker hatten während ihrer jüngsten Sitzung die Eckpunkte für die Straßengestaltung verabschiedet - und damit den Unmut der Anwohner hervorgerufen. Diese haben nun ein Schreiben verschickt, mit dem sie über die "Straßenreparatur des Redders" informieren wollen.

In dem offenen Brief, der auch per E-Mail an unsere Zeitung ging, heißt es: "Der ursprüngliche Plan für den Redder-Ausbau stieß bei fast allen Anliegern auf breite Ablehnung." Daher habe Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel sinngemäß während einer Anliegerversammlung versichert, man werde keinen Beschluss gegen die Wünsche der Bürger fassen. In einem Arbeitskreis sei dann gemeinsam mit dem Wegeausschuss und Anliegervertretem ein Kompromiss im Sinne der gesamten Gemeinde Klein Nordende gefunden worden. "Doch die entscheidende Sitzung wurde ohne Information der Anlieger vorverlegt, die Lösung des Arbeitskreises wurde in der Sitzung ohne Begründung vollständig ignoriert und durch einen bis dahin verheimlichten Plan ersetzt."

en 080616Und zu den Ausbauvarianten heißt es: Die Gemeindevertretung hätte die Wahl zwischen "einem großzügigen Ausbau und einer vollständigen Sanierung des Redders im Sinne aller Klein Nordender" gehabt, oder "einem Prestigeprojekt, das vollkommen unnötig und ohne Rückhalt in der Bevölkerung circa 60000 Euro zusätzlich verschlingen wird". Die Politiker hätten sich einstimmig für Letzteres entschieden.

Nun wollen die Anwohner wissen, "wieso ein gemeinsam gefundener Kompromiss plötzlich ohne weitere Begründung verworfen und nach Gutsherrenart gegen die Bürger entschieden wird?" und "weshalb offensichtlich Geld für ein Prestigeprojekt verschwendet wird, wo es an anderer Stelle dringend gebraucht wird?" Versöhnlich heißt es am Ende: "Wir sind nach wie vor an einer einvernehmlichen Lösung auf Basis der bereits erzielten Kompromisslösung und an einer zeitnahen Reaktion der Gemeindevertreter interessiert." Unterzeichnet ist das Schreiben mit "Ihre Anwohner Am Redder". Unterschrieben haben rund 40 Bürger.

Bürgermeister Schinckel zeigt sich auf Anfrage unserer Zeitung "vom Schreiben überrascht", insbesondere von der "Heftigkeit der Vorwürfe", von denen er etliche deutlich zurückweist. So beruhe die Vorverlegung der Sitzung beispielsweise einzig auf anderweitigen terminlichen Verpflichtungen, außerdem habe man die Ladungsfristen eingehalten. Beim "verheimlichten Plan" sei "die Wegverlegung des Bürgersteiges von der Straße" die einzige kurzfristige Änderung gewesen. Und der finanzielle Unterschied betrage nicht 60000 sondern nur rund 15000 Euro.

Generell sei lediglich das Mittelstück des Redders strittig. Über Ost- und Westteil bestehe weitgehend Konsens. Der von den Anwohnern favorisierten Asphaltdecke hätten die Gemeindevertreter eine rote Pflasterung vorgezogen, nicht zuletzt als optisches Mittel, um den Schulweg zu sichern. "Wir sind den Anwohnern schon deutlich entgegengekommen", so Schinckel, "beispielsweise haben wir die Straße entgegen den Ursprungsplänen deutlich verkleinert". Eine Rücknahme des Beschlusses der Gemeindevertretung könne er sich "nur schwer vorstellen". Generell sei eine "schwierige Situation" entstanden, die "viele Scherben" produziert habe. Carsten Wittmaack

auch den Elmshorner Nachrichten vom 08.06.2016

 

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