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"Bei Euch ist es viel gemütlicher"

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Gratulanten und Landfrauen feierten das 20-jährige Bestehen des Landfrauenvereins Nordende und Umgebung

KLEIN NORDENDE. Der Landfrauenverein Nordende und Umgebung ist 20 Jahre alt geworden. Im vorweihnachtlich geschmückten Klein Nordender Gemeindezentrum feierten 85 Landfrauen mit Rückblicken, Bilderschau und Vorführungen das Jubiläum ihres Vereins.

"Ich wusste, dass ihr viel macht, aber so viel Programm hat mich doch überrascht", lobte Klein Nordendes Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel den Landfrauenverein Nordende und Umgebung nach einem Blick auf deren Homepage und merkte launig an: "Den 20. Geburtstag zu feiern, das ist schon ein bisschen was. Dafür habe ich Bosseln abgesagt. Bei Euch ist es auch viel gemütlicher." Schinckel lobte in seiner kurzen Rede nicht nur das Engagement der Landfrauen, sondern erinnerte schmunzelnd an den ehemaligen Kulturausschussvorsitzenden Karl-Max Kapplusch, der es sich nie nehmen ließ, die Jahreshauptversammlungen der Landfrauen zu besuchen.

Die ehemalige Vorsitzende und Gründungsmitglied Ellen Kruse blickte auf die Anfänge der Landfrauen zurück, schilderte sehr humorvoll die ersten Gehversuche des Vorstands, die Programmplanung und berichtete, dass bei der Gründungsversammlung bereits 154 Frauen in den Verein eintraten. "Ich möchte dem Vorstand gratulieren, dass er die vor 20 Jahren begonnene Arbeit so erfolgreich fortführt", so Kruse.

Marion Quandt ließ die 20 Jahre Vereinszeit auf eine ganz eigene Art Revue passieren. Sie schilderte nämlich ihren Wandel von der "mondänen Stadtfrau" zur "lustigen Landfrau". Von ihrer Lehre in Hamburg, den Einkaufsmöglichkeiten, den kulturellen Angeboten schlug sie den Bogen zu ihrem Mann, mit dem sie nach Tornesch zog. "Tote Hose pur", kommentierte sie die Zeit und schilderte, wie sie schließlich nach Klein Nordende auswanderten: "Kein Kino, Theater, Café oder Supermarkt. In Klein Nordende gab es praktisch nichts. Was soll man da den ganzen Tag machen?" Quandt berichtete auch von ihren Vorurteilen in Sachen Landfrauen: "Die riechen nach Rind oder Schwein und nicht nach Chanel Nr. 5, haben eine gesunde Gesichtsfarbe, tragen Kopftuch statt Hut, Kittelschürze statt Kostüm, Gummistiefel statt High Heels." Ihre Neugierde brachte sie schließlich doch zu den Landfrauen und Quandt musste feststellen, dass "manche Landfrauen ganz schön fesch sind" und das Landleben, besonders mit dem neuen Rewe-Markt in Klein Nordende Spaß machen kann.

"Ein Glück, dass wir nach 20 Jahren etwas von dem widerlegen konnten, was Du so über uns denkst", lachte die erste Vorsitzende der Landfrauen, Martina Kleinwort, anschließend. Kleinwort blickte detailliert auf 20 Jahre Landfrauen, gemeinsame Reisen, Veranstaltungen und vieles mehr zurück, sondern wurde von ihren Vorstandskolleginnen Ulrike Rösch, Ute Croll und Heidi Kleinwort mit handgestrickten, fingerlosen Handschuhen überrascht. Sie stellten fest, dass Kleinwort nicht nur Gründungsmitglied des Vereins ist, sondern auch seit 20 Jahren Vorstandsarbeit macht.

Der Chor der Grundschule Klein Nordende-Lieth, die Line-Dance-Gruppe und die Theatergruppe der Landfrauen und die Fotoschau von Barbara Büttner rundeten den Tag ab, der allen noch ausreichend Zeit ließ, sich an die schwankende Überfahrt nach Bornholm, die Reisen nach Kopenhagen, Dresden, Schlafanzugpartys und vieles mehr zu erinnern. Meike Kamin

aus den Elmshorner Nachrichten vom 08.12.2012

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