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Angst vor dem Alter? Alles eine Frage der Einstellung

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KLEIN NORDENDE. "Wollen wir wirklich mit 75 noch aussehen wie mit 45?", mit dieser Frage beschäftigte sich Marion Buchheister während ihres Vortrags "Faltenfrei bis 103?" im Klein Nordender Töverhuus. Zu dieser Veranstaltung hatte der Landfrauenverein Klein Nordende und Umgebung eingeladen.

Pressewartin Ulirke Rösch freute sich, dass 65 Landfrauen sowie zahlreiche Gäste diesen Vortrag besuchten. Buchheister startete mit Sätzen wie: "Eine Frau nach ihrem Alter zu fragen, scheint nach dem Einmaleins des guten Tons fast so unschicklich, wie nach dem Fassungsvermögen der Harnblase zu fragen, Liften allein bewirkt überhaupt nichts" oder "Älter werden gilt als persönliche Unzulänglichkeit, als Inbegriff von Verlust der Attraktivität."

Sie sprach damit so mancher Anwesenden aus der Seele und fragte anschließend etwas ketzerisch: "Ist es so schlimm, wenn aus den Mimikfältchen Falten werden, der Brigitte-Test mit dem Bleistift unter der Brust nicht erfolgreich verläuft?"

Die Referentin plädierte dafür, den Tatsachen ins Auge zu blicken und lieber festzustellen, was das Älterwerden Gutes mit sich bringt. Gelassenheit, Geduld, gestärktes Selbstbewusstsein, die geringer werdende Angst, sich zu blamieren, freie Zeiteinteilung und die Erkenntnis, dass Menschen wichtiger sind als Dinge führte Buchheister beispielhaft als Positivmerkmale auf.

Sie stellte im Verlauf des Abends auch fest, dass die Hauptursachen von Aggressionen oder Depressionen im Alter oft die Enttäuschung über die eigene Lebensleistung sei. Ihr Rat: "Wirken Sie der Altersangst durch Planung entgegen." Kontakte knüpfen und pflegen, Hobbys, ehrenamtliches Engagement, Gedächtnistraining, in jeder Hinsicht beweglich bleiben, waren einige ihrer Empfehlungen. Buchheister: "Es ist eben besser, fröhlich älter zu werden, als sich ständig um die eigene Achse zu drehen." Mit dem Ausspruch eines hundertjährigen Humoristen hatte Buchheister die Lacher auf ihrer Seite: "Bleibt mir vom Halse mit Biogemüse, ich brauche Konservierungsstoffe!

Rösch zog nach dem interessanten und informativen Abend ein persönliches Fazit: "Nicht auf Werbung, Print Medien, Fernsehen und so weiter hören. Hier wird uns nur durch junge Models vorgegaukelt, dass jugendliches Aussehen und Vitalität das A und O im Leben sind. Mein Bauch sagt etwas anderes. Fröhlich und selbstbewusst auch den Herbst des Lebens genießen, jeden Tag und das ganz bewusst. Das hält jung und das strahlen wir dann auch nach außen aus!". mka

aus den Elmshorner Nachrichten vom 06.10.2012

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