Pressearchiv

Unser Pressearchiv

Auf Ernstfall vorbereitet

Knifflige Übung, zuvor nicht angekündigt - das Szenario: Feuer und Verletzte im Altenheim.

en-060609-1a.jpg

Direkt nach der Ankunft
der Feuerwehr am Einsatz-
ort: Einteilung der Rettungs-
kräfte - wer geht unter
Atemschutz ins Gebäude,
wer baut den Löschangriff
auf?

Fotos (2): Kamin

Klein Nordende (mei). Im Obergeschoss des alten DRK Altenheims "Abendfrieden" ist Feuer ausgebrochen. Im Gebäude befinden sich noch Personen.
Das war die Situation, mit der sich die Freiwilligen Feuerwehren aus Klein Nordende, Heidgraben, Kurzenmoor/Seester und Groß Nordende sowie die Mannschaft der Drehleiter der Feuerwehr Elmshorn während einer geheimen Alarmübung auseinandersetzen mussten.
Die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr Klein Nordende um 19.43 Uhr bildete Auftakt dieser nicht angekündigten Übung. Nur wenige Minuten später erreichten die Einsatzkräfte das Altenheim, das genau auf der Grenze zu Elmshorn liegt.
Nicht nur das verwinkelte Gebäude mit zahlreichen Zimmern und Treppen war eine Herausforderung für die Feuerwehrleute, sondern auch die umliegenden Wohngebäude, die Tischlerei Weers, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet und natürlich der angrenzende Liether Wald.
Sofort nach Eintreffen der Klein Nordender Wehr wird klar, dass die Nachbarwehren ebenfalls alarmiert werden müssen. Die Klein Nordender Einsatzkräfte begannen unter Atemschutz mit der Bergung der Verletzten im Gebäude.
Die Darstellung der Mimen des Jugendrotkreuzes, die Hilfeschreie, die Panik, machten den Einsatz für die Feuerwehrleute noch realistischer. Auch wurde deutlich, wie viel Zeit vergeht, wenn die Kameraden systematisch das Gebäude nach Verletzten durchsuchen.
Unter Atemschutz mussten die Feuerwehrleute das verwinkelte Gebäude nach Verletzten durchsuchen und sie retten. Auf dem Balkon des ehemaligen Altenheimes wurden die Verletzten zunächst versorgt, bevor sie über das Vordach und mit der Elmshorner Drehleiter gerettet wurden.
Gründliches Vorgehen ist hier gefragt, denn nichts wäre für die Feuerwehrleute schlimmer, als eine verletzte Person in einem der Zimmer zu übersehen. Derweil spielten sich auf dem Balkon des Altenheimes "dramatische" Szenen ab, die den Adrenalinpegel so manches Feuerwehrmannes nach oben trieben.
Die "Verletzten" suchten nach Angehörigen, wollten nicht gerettet werden, weil sie noch Patienten oder Freunde vermissten. Schwerstarbeit für die Rettungskräfte, die unter Atemschutz die "Verletzten" beruhigen und versorgen mussten.
en-060609-1b.jpgMit dem Eintreffen der Nachbarwehren entspannte sich die Situation etwas.
Immer mehr Atemschutzträger konnten im Gebäude des Altenheimes nach Verletzten und Vermissten suchen. Parallel wurde der Löschangriff von drei Seiten aufgebaut. Neben dem Löschen des Gebäudebrandes mussten die umliegenden Gebäude und der Wald vor einem Übergriff der Flammen geschützt werden.
Nach einer guten Stunde war diese Übung beendet, das Feuer gelöscht und die Verletzten versorgt. Zeit für die anschließende Manöverkritik im Klein Nordender Gemeindezentrum.
Klein Nordendes Wehrführer betonte noch einmal, dass die Rettung der verletzten Personen und damit der Einsatz der Atemschutzträger das Wichtigste an dieser Übung waren. Höppner stellte fest, dass "wir bei einem realen Einsatz mit der Anzahl der Einsatzkräfte nicht ausgekommen wären." Klein Nordendes Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel, der die Übung vom Balkon des Altenheimes verfolgte, lobte den Ablauf "der imposanten Übung."
Es wurde jedoch nicht nur das Positive der Übung angesprochen, sondern auch die Dinge, die verbessert werden müssen. Dazu gehörten die Koordination der Atemschutzgruppen und die Einteilung der Funkkanäle.
Wie die Wehrführer der an der Übung beteiligten Wehren waren auch die Mimen des Jugendrotkreuzes mit der Übung zufrieden. Sie regten an, die Versorgung von Verletzten besser in die Übungen zu integrieren.
Höppner bedankte sich abschließend bei allen Anwesenden für ihren Einsatz und auch für die kritischen Worte: "Wir können nur aus unsern Fehlern lernen."

aus den Elmshorner Nachrichten vom 06.06.2009

Zurück