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Bauleiter und Fußball-Chef

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Zwei Liether Urgesteine: Traute und Manfred Pieper. Das Ehepaar kommt zusammen auf 78 Jahre Mitgliedschaft in der Spielver-einigung Lieth. Foto: Völz

Manfred Pieper ist aus der SV Lieth nicht mehr wegzudenken, genau wie seine Frau Traute.

Elmshorn/Klein Nordende (wa). Als er mit acht Jahren zum Knaben-Fußball kam, feierte die Spielvereinigung Lieth ihren 22. Geburtstag. 1956 fing Manfred Pieper bei dem Verein an, dem er bis heute die Treue gehalten hat - und zwar ganze 53 Jahre lang. Allerdings war die Mitgliedschaft nicht immer ganz freiwillig. Für den heute 61-Jährigen hatte es damals durchaus die Chance gegeben, als Libero zu einem anderen Verein zu wechseln. "Ich habe schon ein bisschen Talent gehabt", erzählte der Rentner, der früher Bauleiter war und zwölf Jahre Liga-Fußball gespielt hat. Doch "leichter Druck" des Vaters ("Du kannst ja ruhig wechseln, aber...") ließ die Wechselwilligkeit einfrieren.
Denn vor Pieper lagen noch andere Aufgaben im Verein. So war er 16 Jahre lang 2. Vorsitzender der Fußballsparte; seit sechs Jahren steht er ihr vor. Es habe sich einiges geändert im Vergleich zu der damaligen Zeit, resümierte der gebürtige Klein Nordender, der mit seiner Frau Traute seit 30 Jahren in Elmshorn lebt. "Der Fußball ist die Urzelle des Vereins und eine Sparte ist einfacher zu handeln. Jetzt sind wir ein Großverein." Derzeit hat die SV Lieth neun Sparten, wobei die Fußballer mit 600 von 1350 Mitgliedern die größte Anzahl stellen.
Nicht nur Manfred Pieper sondern auch seine Frau Traute ist seit Jahren im Verein engagiert. Die 55-jährige Elmshornerin ist seit 21 Jahren Schriftführerin und Pressewartin. Schon vor ihrem Eintritt in den Verein 1984 hat Traute Pieper mit "angepackt" bei Bauvorhaben in den 70er-Jahren, wo ihr Mann auch als Bauleiter tätig war.
Wenn ihr Manfred Pieper an diese Zeit zurück denkt und auch weiter nach hinten, kommt bei ihm ein wenig Wehmut auf. "Früher war der Zu
sammenhalt größer, die Kameradschaft dichter. Da ist man nach dem Training noch zusammen sitzen geblieben und hat geschnackt. Ich erinnere mich auch an die Zeiten mit ,Mütze' Mohr von den Elms-horner Nachrichten. Heutzutage steigen alle nach den Spielen oder dem Training in ihre Autos und sind weg." Ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte ist für den 61-Jährigen die Meisterschaft im Jahr 1955, als die Bezirksklassen-Mannschaft der SV Lieth mit 44:0 Punkten Meister wurde.
"Früher war das Trainingsgelände noch bei Rasmussen. Da haben wir mit Baustrahlern Licht erzeugt und trainiert. Und man musste schnell unter der Dusche sein, wenn man heißes Wasser haben wollte", so Pieper. Über 250 Liter warmes Nass verfügte damals die Dusche, so dass die ersten Spieler noch auf angenehme Art und Weise Dreck und Schweiß abspülen konnten.
Heute spielt die erste Männermannschaft in der Landesliga, was Pieper sehr freut. Er hofft, dass der Knoten noch platzt "mit einem Dreier", wenn die vielen Verletzten wieder einsatzfähig sind. Froh war der Spartenleiter der Fußballabteilung auch über den Handschlag mit Trainer Rüdiger Jung, der dem Verein in dieser Saison noch erhalten bleibt.
Pieper wünscht der SV Lieth weiterhin alles Gute. Befürchtungen hegt er in Richtung unentgeltliches Engagement. "Es wird immer schwieriger ehrenamtliche Helfer zu finden."

aus den Elmshorner Nachrichten vom 05.09.2009

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