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Ziegen: Pflegeeinsatz in der Kalkgrube

Herde soll Gehölzwuchs eindämmen / Versuch läuft bis Ende des Monats

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KLEIN NORDENDE Das nationale Geotop Liether Kalkgrube ist um eine Besonderheit reicher. 60 Burenziegen sind seit dieser Woche in dem Naturschutzgebiet im Einsatz. Sie sollen den überhand nehmenden Gehölzaufwuchs in sensiblen Bereichen der Kalkgrube einschränken. "Bei dem Projekt handelt es sich um einen erstmaligen Versuch im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Pinneberg", erläutert Roland Vinx, Schutzgebietsbeauftragter der Liether Kalkgrube in der Kulturgemeinschaft Tornesch. Diese betreut das Gebiet im Auftrag von Kreis und Land.

Finanziert wird der Versuch vom Land. Die Idee dazu wurde aus der Not heraus geboren, wie Vinx berichtet.
Die bisherigen Pflegemaßnahmen durch Einsatz von Motorsensen und viel Handarbeit während der Winterzeiten seien an ihre Grenzen gestoßen. "Dies gilt umso mehr, da der an den Pflegemaßnahmen maßgeblich beteiligte Schäferhof aus Appen nicht mehr mitwirken kann", berichtet Vinx.

Nun sollen die Ziegen dafür sorgen, dass wichtige geologische Aufschlüsse sichtbar bleiben. "Ebenso geht es darum, die Lebensgrundlagen licht- und wärmebedürftiger Blütenpflanzen zu erhalten. Diese Pflanzen wiederum bieten vielen Insekten wie Wildbienen und Schmetterlingen Nahrung und Lebensraum", sagt Vinx.

Der Einsatz der Herde ist auf die Nordböschung begrenzt. Dies ist der Bereich um die steil aufragende rote Felswand linksseitig des Wegs zum Grubentiefsten. "Die Ziegen sind vom Weg in der Grube gut zu beobachten. Die Herde ist großräumig mit einem Elektro-Weidezaun eingehegt", berichtet Vinx und betont: "Die Ziegen dürfen keinesfalls gefüttert werden."

Die Tiere gehören zum Burenziegenhof Christians in Holm. Zunächst sind sie vermutlich nur bis Ende August im Einsatz. "Sie bleiben, solange sie etwas zu fressen haben", sagt Vinx. Er betont, dass nur die Ziegen in der Lage sind, in dem zum Teil steilen Gelände der Kalkgrube sowohl die aufkommenden Gehölze zu verbeißen als auch die Kraut- und Grasflur nachhaltig abzuweiden. Jan Schönstedt

aus den Elmshorner Nachrichten vom 05.08.2015

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