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Neues Faltblatt zur Liether Kalkgrube

Klein Nordende (buf). Dieses 250 Millionen Jahre alte Naturschutzgebiet ist eine der geologischen Kostbarkeiten in Schleswig-Holstein und zieht jährlich etwa 10 000 Besucher an. Neben dem Morsumer Kliff auf Sylt und der Langen Anna von Helgoland gehört es zu den drei bedeutendsten Geotopen im ganzen Land. Jetzt hat der Kreis Pinneberg seine Informationsbroschüre über die 16 Hektar große Liether Kalkgrube am Rande Elmshorns aktualisiert und völlig überarbeitet.
"Es ist das meistbesuchte Naturschutzgebiet im ganzen Kreis", sagt Landespflegerin Heike Petersen von der Unteren
Naturschutzbehörde. "Wir wollen, dass die Besucher noch mehr über die geologischen und naturkundlichen Highiights der Liether Kalkgrube erfahren."
Und davon gibt es eine ganze Menge in dem uralten Salzstock, der einzigartige Einblicke in die Entstehungsgeschichte unserer Erde gewährt, wie Dr. Alf Grube vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume erklärt. Denn normalerweise würden diese Gesteinsformationen zehn Meter unter der Erdoberfläche begraben sein. In Klein Nordende sind sie - einmalig in Nordwesteuropa - für Jedermann sichtbar an die Oberfläche gelangt. Geologen könnten an den verschiedenen Ablagerungen der roten Wand zum Beispiel die Entwicklung der allerersten Eiszeit vor 2,5 Millionen Jahren studieren und erkennen, dass sie mit enormen Temperaturschwankungen einherging, erklärt Dr. Grube. Anhand der Pollenanalytik seien so Aufschlüsse über die Klimaschwankungen auf unserem Planeten vor Jahrmillionen Jahren möglich.
Die Entdeckung der Kalkgrube sei den Bauarbeiten für die Eisenbahnstrecke von Altona nach Kiel im Jahre 1844 zu verdanken, erklärt Hans-Joachim Wohlenberg von der Gemeinschaft zur Erhaltung von Kulturgut in Tornesch, die seit 1994 die Aufgabe hat, sich um den Erhalt des einzigartigen Geotops zu kümmern. Rund 1000 Besucher führt allein seine Gemeinschaft jedes Jahr in die Grube, erzählt Wohlenberg. "Das ist für die meisten ein echtes Highlight. Die kommen aus Dithmarschen, Flensburg und sogar Mecklenburg-Vorpommern hierher und wundern sich, dass es so etwas Einmaliges wie die Liether Grube in unserer Natur heute noch gibt."
Das neue Faltblatt kann im Internet www.kreis-pinneberg.de heruntergeladen oder bei Wohlenberg, Tel. (0 41 22) 523 14 bestellt werden.

aus den Elmshorner Nachrichten vom 05.03.2009

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