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Auch Klein Nordende muss sparen

Einnahmen bröckeln / Kreisumlage zu hoch?

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Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel kritisiert den Kreis. MKA

KLEIN NORDENDE "Unser großes Problem ist der Verwaltungshaushalt", sagt Klein Nordendes Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel mit Blick auf den Haushalt für das kommende Jahr. Der Verwaltungshaushalt, der die laufenden Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde widerspiegelt, wird einen Fehlbetrag von rund 380000 Euro ausweisen. Nur ein Teil dieses Betrages, nämlich 85 000 Euro, können durch Überschüsse im Vermögenshaushalt ausgeglichen werden.
"Unsere Rücklagen sind aufgebraucht oder zweckgebunden", sagt Schinckel leicht resigniert und macht im gleichen Atemzug deutlich, dass 85 Prozent der im Haushalt aufgeführten Beträge Ausgaben sind, die Klein Nordende nicht beeinflussen kann. "Mit den restlichen 15 Prozent können wir etwas arbeiten", so der Bürgermeister.
Die Frustration bei Schinckel ist deutlich spürbar. Finanzausschuss und Gemeindevertretung müssen sich über Ausgaben in Höhe von 1000 Euro Gedanken machen, dem gegenüber stehen Posten wie die Kreisumlage "Diese Zahlen treiben mir die Zornesröte ins Gesicht"
Hans-Barthold Schinckel Bürgermeister mit 875 000 Euro. Das Thema Kreisumlage bringt Schinckel richtig in Rage. "Diese Zahlen treiben mir die Zornesröte ins Gesicht. Ich frage mich immer wieder, für was bezahlen wir die Umlage eigentlich?", schimpft Schinckel und belegt seinen Unmut mit einem Beispiel. Der Klein Nordender Bauausschuss und die Gemeindevertretung haben sich lange und intensiv mit dem Verkehr im Liether Moor beschäftigt und Vorschläge für die Verkehrsführung entwickelt. "Wir kümmern uns, und beim Kreis interessiert es niemanden", so sein bitteres Fazit. Schinckel kritisiert, dass der Kreis sich als Behörde versteht und nicht als Dienstleister der Kommunen. Die Amtsumlage ist mit 415 000 Euro ebenfalls ein erheblicher Posten im Verwaltungshaushalt. Diese Ausgabe wiederum findet Schinckels volle Zustimmung. "Reugels hat gut gewirtschaftet", lobt Schinckel den Leitenden Verwaltungsbeamten des Amts Elmshorn Land.
Darüber hinaus sind im Verwaltungshaushalt die Zuschüsse für die Grundschule, Kindergärten, aber auch Energiekosten und die Unterhaltung von Straßen und Wegen enthalten. Insgesamt mehr als 450000 Euro.
All diesen Ausgaben stehen Einnahmen gegenüber, die durch die Wirtschaftskrise weiter bröckeln. Die Gemeinde rechnet damit, dass die Steuereinnahmen aus Gewerbesteuer- und Einkommenssteueranteilen um etwa 300000 Euro sinken werden. "Das ist viel Geld", stellt Schinckel fest. Im Vermögenshaushalt werden unter anderem die geplanten Investitionen aufgeführt. Ob und wie viel Klein Nordende ins Gemeindezentrum investieren wird, steht immer noch nicht fest. Das Land schweigt sich zur Förderung der energetischen Sanierung nach wie vor aus. Sicher ist, dass das Gebäude dringend eine neue Heizungsanlage braucht. Gestern nach Redaktionsschluss befasste sich der Gemeinderat mit dem Haushalt 2010. Meike Kamin

aus den Elmshorner Nachrichten vom 04.12.2009

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