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Ein Dorf feiert das Fischbrötchen

Mehrere Hundert Besucher kommen zur zweiten Auflage des Weltfischbrötchentages nach Klein Nordende

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KLEIN NORDENDE Weltfischbrötchentag klingt vielleicht ein bisschen hochtrabend für ein Datum, das laut offizieller Homepage an 19 Orten an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste begangen wird. Aber in Klein Nordende, das zwar nicht am Meer liegt, aber trotzdem mitmachen darf, war immerhin die Japanerin Hiromi dabei. Sie probierte ein Matjes-brötchen "mit viel Zwiebeln". Es schmeckte; ähnliche Spezialitäten gebe es zwar in ihrer Heimat, aber Matjes bereiten die Japaner nicht zu.

Am Sonnabend war die Asiatin allerdings nicht um die halbe Welt gereist, sie kam mit Bernhard Krüger aus Pinneberg zum Klein Nordender Töverhuus. Sie hatten in der Zeitung von der Veranstaltung gelesen und waren spontan in Elmshorns Nachbardorf gekommen und begingen den Weltfischbrötchentag angemessen.

Die Idee zu diesem Tag stammt aus dem Tourismus-Marketing. Als Helmut Ham-ke vor zwei Jahren im Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern darüber stolperte, wollte er mitmachen. Erst hieß es, Klein Nordende liege ja nicht an der Ostsee, aber Hamke überzeugte die Organisatoren, und so lud er in diesem Jahr zum zweiten Mal ins Töverhuus zum Weltfischbrötchentag ein.

"Müde, aber glücklich" war der Veranstalter nachmittags gegen vier. Die Tische und Bänke waren noch gut gefüllt, auf dem Anhänger, der als Bühne diente, hockte Joachim Theege aus Klein Nordende mit seiner Gitarre und sang platt- und hochdeutsche Lieder. Bei der Zugabe: "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" schunkelten die Besucher sogar vorsichtig mit. Vor Theege hatte der Klein Nordender Spielmannszug seinen Auftritt auf dem Anhänger.

en 040515bStimmung gut, Besuch super, Hunger groß - so lautete das Fazit des Tages. Das große Drama hinter den Kulissen hatten die meisten Gäste wahrscheinlich gar nicht mitbekommen: Der Andrang überraschte die Veranstalter, und schon um zwei Uhr ging ausgerechnet am Weltfischbrötchentag der Fisch aus. "Ich habe meine Kinder losgeschickt", berichtete Ham-

ke, und die kauften in Elmshorn, was sie an Fisch kriegen konnten. Und brachten gleich noch Brötchen mit, die 400 vorher besorgten Exemplare waren ebenfalls schon aufgegessen. 700 Fischbrötchen gingen schließlich im Verlauf des Tages über den Tresen. Plus Bratwürste, Kuchen, Kaffee und Bier.

"Viele Besucher kamen von weit her", so Hamke. Aber natürlich nutzten auch viele Klein Nordender und Elmshorner den Tag für einen Ausflug bei schönstem Maiwetter.    Jann Roolfs

aus den Elmshorner Nachrichten vom 04.05.2015

 

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