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Warme Winter: Ratten vermehren sich stärker

Gefahr für die Gesundheit: Nager werden nun auch am Tag aktiv. Kreis plant Meldepflicht.

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Fachmann Peter Pohlmann (M.) informierte über die aktuelle Rattengefahr und Gegen-
maßnahmen durch Köderfallen, Rechts Kerstin Westphal vom Amt Elmshorn-Land.
Foto: ne


Klein Nordende (ne). Im Elmshorner Umland treten vermehrt Ratten auf, sogar am helllichten Tag. "Die deutliche Zunahme ist überall festzustellen, nicht nur in Klein Nordende", betonte Peter Pohlmann, Spezialist des Elrnshorner Hygieneservice Hygan, der auf Einladung des Vorsitzenden Gerd Schumann die Mitglieder des Wegeausschusses informierte.
Während im Elrnshorner Umland etwa die vier- bis fünffache Anzahl früherer Jahre festzustellen sei, habe sich in Hamburg in den letzten Jahren mit derzeit rund 40 Millionen die Zahl der Ratten bereits verzehnfacht.
In früheren Jahren hätten sich die Ratten in etwa 42 Wochen pro Jahr vermehrt. In den restlichen zehn Wochen während der kalten Jahreszeit sei dann eine Pause eingetreten. Auch seien in den kalten Wintern etwa 90 Prozent der Ratten gestorben, so Pohlmann.
Seit drei bis vier Jahren ist aber alles anders. Es gibt keine kalten Winter mehr. Die Ratten sterben nicht in dem Maße wie bisher und die Vermehrung geht auch in den restlichen zehn Wochen munter weiter.
"Das sind die Ursachen für die stark angestiegene Zahl von Ratten", so Pohlmann. Da die eigentlich nachtaktiven Tiere aufgrund der Überbevölkerung in ihren Bauten und in Schmutzwasserkanälen keinen Platz mehr finden, seien die Nager auch am Tag und in bisher verschonten Bereichen wie Regenwasserkanälen und Gräben zu beobachten. Damit nehme auch die Gefahr deutlich zu, dass sich Menschen durch den Kot und Urin mit Krankheiten infizieren.
Um dieses riesige Problem in den Griff zu bekommen, empfahl der Fachmann Gemeinden Befallskontrollen und dann gezielte Aktionen in öffentlichen Einrichtungen. Bürger sollten über Gegenmaßnahmen im privaten Bereich informiert werden. Kerstin Westphal vom Amt Elmshorn-Land kündigte dazu eine entsprechende Maßnahme des Kreises Pinneberg an. Dort sei ein Entwurf in Arbeit, der Bürger zur Meldung von Rattenbefall und zu Gegenmaßnahmen verpflichte.

aus den Elmshorner Nachrichten vom 01.10.2008

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