Pressearchiv

Unser Pressearchiv

Fachsimpeln rund ums Töverhuus

Ob Dieselameise oder Lanz Bulldog: Beim Oldtimer-Trecker- und Fräsentreffen kommen Fans auf ihre Kosten

en 010615a

KLEIN NORDENDE Eigentlich suchte Andreas Kirsten einen "Multicar-Kippanhänger" für seinen Trecker. Gefunden hat er schließlich ein "Multicar 21", eine "Dieselameise". "Ich habe diese Dieselameise in Eisenach gefunden", erzählt Kirstein.. Der Vorbesitzer hatte das Fahrzeug im Schuppen stehen. Diese Dieselameise, Baujahr 1962, ist ein Kleinlaster aus der ehemaligen DDR. Das Besondere: Das Fahrzeug wird mit den Füßen über Gewichtsverlagerung gesteuert. "Man muss ein bisschen üben", sagte der Besitzer des Kleinlasters schmunzelnd: "Die Dieselameise macht Spaß und ist etwas zum Kippen."

Kirstein war bei weitem nicht der Einzige, der sein Fahrzeug beim zweiten Oldtimer-Trecker- und Fräsentreffen rund ums Klein Nordender Töverhuus präsentierte und viel über die Besonderheiten und Geschichte seines Fahrzeugs zu erzählen hatte.

Ein 64 Jahre alter Hingucker

Organisator Helmut Hamke besuchte im Laufe des Tages nahezu alle Treckerliebhaber und befragte sie zu ihren Fahrzeugen. Dabei war ihm der Spaß an der Veranstaltung und sein Interesse an den unterschiedlichen Treckern und Fräsen deutlich anzumerken. Ein Hingucker war unter anderem der Lanz Bulldog von Jürgen und Karin Krohn. Der Trecker, Baujahr 1951, muss vorglühen, bevor er anspringt. Die sogenannte Glühnase muss mit Feuer zum Glühen gebracht werden, bevor der Kolben sich in Bewegung setzt und der Motor schließlich anspringt. Die Krohns berichteten Hamke aber nicht nur von der etwas mühsamen Art, den Lanz Bulldog in Bewegung zu setzen, sondern auch von ihren Touren durch Norddeutschland. Dann hängen sie nämlich ihren Wohnwagen an den Oldtimertrecker und fahren unter anderem Richtung Mecklenburg-Vorpommern.

en 010615bEin weiterer Lanz, allerdings aus dem Jahr 1958, zog ebenfalls viele Blicke auf sich. Leuchtend blau, sehr gepflegt und poliert präsentierte Inhaber Peter Machnik sein Fahrzeug. Dieser Lanz muss nicht mehr vorglühen, bevor er anspringt, sondern besitzt bereits einen Anlasser. Besonders interessant ist allerdings die Geschichte hinter dem Fahrzeug. "Ich habe den Lanz aus Paderborn geholt", schilderte Machnik und fügt hinzu: "Allerdings in Einzelteilen." Rund eineinhalb Jahre brauchte Machnik, um den Lanz wieder zusammenzusetzen, fehlende Teile zu organisieren und ihn schließlich in seinem alten Glanz erstrahlen zu lassen.

Beeindruckt war Hamke im Laufe seiner Tour rund ums Töverhuus von der 14-jährigen Jasmin. Sie erläuterte nicht nur die Besonderheiten des Familien-Deutz, Baujahr 1956, sondern berichtete auch vom Motor namens "Else".

Doch nicht nur Trecker verschiedenster Hersteller von Deutz bis Porsche, von Hano-mag bis Fendt, kamen zum Oldtimer-Treffen, sondern auch Fans von historischen Fräsen. Jens Thies und Sebastian Volkerts zeigten den interessierten Besuchern, dass es gar nicht so einfach ist, eine Fräse in Gang zu bringen. Zunächst muss mit einem Dieselselbstanzünder der Motor zum Vorglühen gebracht werden. Anschließend ist Muskelkraft an der Kurbel gefragt, um den Motor anzuwerfen. Kein leichtes Unterfangen, das hin und wieder erst im zweiten Anlaufklappt.

Ob Treckerbesitzer oder -fans, alle Besucher des zweiten Oldtimertreffens rund ums Töverhuus waren von der Veranstaltung begeistert. Austausch, fachsimpeln, erklären lassen und staunen standen im Vordergrund. Abgerundet wurde die Veranstaltung der Familie Hamke von leckeren Speisen und Getränken im Innenhof des Töverhuus sowie von den Auftritten der Seestermüher Feuerwehrkapelle und Reimer Gebhardt. Meike Kamin

aus den Elmshorner Nachrichten vom 01.06.2015

Zurück