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Die Emotionen kochten hoch

Entschieden: In Klein Nordende wird gebaut / Kritik an Plänen für Nahversorgungszentrum und seniorengerechtes Wohnen

KLEIN NORDENDE Start frei für das Nahversorgungszentrum und das seniorengerechte Wohnen in Klein Nordende. Der Gemeinderat hat den entsprechenden Bebauungsplan Nr. 32 für das Gelände an der Dorfstraße endgültig auf den Weg gebracht.

Vor dem Satzungsbeschluss kochten während der Einwohnerfragestunde noch einmal die Emotionen hoch. Besonders die direkten Nachbarn des Bauvorhabens Uwe Weers und Volker Steingräber übten heftige Kritik an den Plänen der Gemeinde. Weers zeigte sich unzufrieden mit der Verkürzung seiner Stellungnahme zum Bebauungsplan und warf der Gemeinde vor, dass die Abwägung nur im Interesse des Investors erfolgt sei. Ein Beleg dafür, so Weers, sei die Tatsache, dass der Investor die Planungskosten trägt.

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Volles Haus: Anwohner der Sandhöhe informieren sich über den Bebauungsplan Nr. 32 und den Ausbau ihrer Straße.

Dem widersprach Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel entschieden. "Der Investor bezahlt zwar die Planungskosten, aber das Planungsbüro arbeitet im Auftrag der Gemeinde, nicht im Auftrag des Investors", so Schinckel. Planerin Birgit Möller wies darauf hin, dass eine Verkürzung von Stellungnahmen auf die wesentlichen Punkte bei allen Verfahren des Amtes Elmshorn-Land üblich sei. "Der Spruch, des Brot ich ess, des Lied ich sing, stimmt hier nicht. Die
Planungshoheit liegt ausschließlich bei der Gemeinde", sagte Möller.

Weers kritisierte nicht nur das Verfahren, sondern fragte auch nach der Wertminderung seines Grundstücks und der Firsthöhe der Gebäude. Außerdem wollte er wissen, ob ein Hotel, eine Gastwirtschaft mit Saal und Biergarten geplant seien.

Ein leicht gereizter Bürgermeister nahm Weers den Wind aus den Segeln. Schinckel berichtete, dass direkte Gespräche zwischen dem Anlieger und ihm stattgefunden hätten. Im Verlauf dieser Gespräche habe Weers drei Forderungen formuliert: Die Firsthöhe der direkt benachbarten Gebäude sollte unter zehn Meter liegen, der Abstand der Bebauung sollte deutlich mehr als drei Meter haben. Außerdem sollte die Mächtigkeit der Gebäude reduziert werden. "Wir haben Deine Forderungen alle erfüllt! Die Firsthöhe wurde von 12,50 Meter auf 9,90 Meter reduziert und damit auch die Mächtigkeit der Gebäude. Der Grenzabstand der Bebauungbeträgt jetzt acht Meter", so der Bürgermeister.

Schinckel kritisierte auch Weers Aussage, dass ihn die weiteren Gebäude des B-Plans nichts angehen würden, darüber sollen sich andere beschweren. "Wir sollten ehrlich miteinander umgehen!", so der Bürgermeister. Er erläuterte kurz, dass im ersten Entwurf des B-Plans noch von einer Schankwirtschaft samt Saal die Rede gewesen sei. Das war ein Versehen. Im Plan enthalten sei eine Dorfkneipe, ob die jedoch realisiert wird, sei zum heutigen Zeitpunkt mehr als fraglich.

Die fehlende Lärmschutzwand war Steingräber ein Dorn im Auge. Schinckel machte deutlich, dass laut Lärmschutzgutachten eine solche Wand nicht erforderlich sei, die vorhandenen Bäume und Büsche ausreichenden Sichtschutz bieten.

Der Bauausschussvorsitzende Peter Bartl und der Bürgermeister versicherten, dass der Schwerpunkt des B-Plans weiterhin das seniorengerechte Wohnen sei. 21 Wohneinheiten sind für diese Wohnform geplant. Abschließend erklärte Schinckel, dass ein Ausbau der Straße Sandhöhe über den Einmündungsbereich von der Dorfstraße bis hin zur Einfahrt zum neuen Wohngebiet nicht geplant ist. Meike Kamin

aus den Elmshorner Nachrichten vom 01.03.2011

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