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Die dreisten Ausreden der Autofahrer

Klein Nordende: Verkehrsschilder und Tempolimit werden ignoriert.
Polizei schrieb 23 Sünder auf.
Klein Nordende (ne). Frechheit siegt: Schon in den ersten Bauabschnitten der Sanierung der Dorfstraße Ende 2006 waren viele Autofahrer gegen die Fahrtrichtung durch die zu Einbahnstraßen erklärten Baustellenabschnitte gefahren. Und auch beim aktuellen Bauabschnitt wollen viele Fahrer sich nicht an die Verkehrsregeln halten und ignorieren die Schilder - mit äußerst merkwürdigen Ausreden.
"Bis Weihnachten hatte sich beim vorhergehenden Abschnitt Sandhöhe-Toverhuus die Sache normalisiert", sagte Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel. Der jetzige Bauabschnitt zwischen Töverhuus und Schulstraße sei deshalb und wegen der größeren Breite des wenige Meter langen Abschnitts zunächst ohne Einbahnstraßen-Regelung begonnen worden.

Ob die "Sparbüchse" besser gegen Falschfahrer hilft als ein einfaches Schild
"Durchfahrt verboten"?
Kerstin Westphal vom Amt Elmshorn-Land und Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel hoffen es.
Foto: Gerd Nelaimischkis

Allerdings hatten Gemeinde und das für Straßenangelegenheiten zuständige Amt Elmshorn-Land die Rechnung ohne die Autofahrer gemacht. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h wurde nicht beachtet. Es wurde in den Baunischen und auf den Not-Gehwegen herumgekurvt. Bauarbeiter und Fußgänger bekamen Angst. Aus Sicherheitsgründen wurde Dienstagmittag die Einfahrt der Dorfstraße in Höhe der Schulstraße mit dem Schild "Durchfahrt verboten" gesperrt. Trotzdem: Von 15.45 bis 18 Uhr missachteten 23 Autofahrer das Schild und wurden von der Polizei aufgeschrieben. "Das Unglaubliche dabei waren die Ausreden", so Kerstin Westphal, zuständige Sachbearbeiterin beim Amt Elmshorn-Land. Einige meinten, bei dem Schild wären Anlieger frei. Andere argumentierten, es habe morgens noch nicht dagestanden, deshalb habe es abends auch keine Gültigkeit. Wieder andere meinten, die Sperrung müsse in der Zeitung bekanntgegeben werden. Um die nur einseitige Befahrbarkeit der Baustelle den Autofahrern noch deutlicher zu machen, wurden am Donnerstagnachmittag "richtige" Einbahnstraßenschilder aufgestellt.
"Hoffentlich hilft das", so Westphal und Schinckel. Möglich, denn das Einbahnstraßenschild sehe aus wie der Einwurfschlitz einer Spardose, was Autofahrer an das Bußgeld von 15 Euro erinnern könnte. "Bei Wiederholungstätern", so Westphal, "wird die Falschfahrt als Vorsatz gewertet, bringt einen Punkt in Flensburg und kostet ein Bußgeld von 40 Euro." Die Bauarbeiten dauern noch bis Ende Februar.

aus den Elmshorner Nachrichten vom 27.01.2007

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