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Bombenbastler: Jugendrichter stellt das Verfahren ein

Bombenbastler: Jugendrichter stellt das Verfahren ein

Klein Nordende/Elmshorn (beb). "Die Strafe folgt auf dem Fuße" - dieser Satz aus dem Volksmund gilt vor allem bei Straftaten Jugendlicher. Das hat auch Martin D.* feststellen müssen. Der 15-Jährige aus Klein Nordende war für einen Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften verantwortlich: Am 13. Dezember hatte ein Kommando des Landeskriminalamtes das Wohnhaus der Familie im Kastanieneck durchsucht - hier hatte der Schüler mit Bauanleitungen aus dem Internet Explosivstoffe hergestellt. Spezialisten sprengten das gefährliche Gebräu vor Ort auf einer Wiese - ein Abtransport wäre zu gefährlich gewesen. Unter dem Aktenzeichen AZ 36 DS Jug 11/08 nahm die Staatsanwaltschaft Itzehoe die Ermittlungen auf. "Wir haben ein vereinfachtes Jugendverfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz beantragt", so Oberstaatsanwalt Dr. Dietmar Pickert. So landete das Verfahren beim Jugendrichter des Amtsgerichts Elmshorn. Der schaltete die Jugendgerichtshilfe (JGH) ein. "Die JGH macht sich ein Bild vom Angeklagten, führt auch Gespräche mit dem Elternhaus und begleitet den Jugendlichen zum Verfahren. Schließlich wird eine Empfehlung für das Urteil ausgesprochen", so ein Sprecher des Amtsgerichts. Am 25. Februar war Verhandlung an der Bismarckstraße. Weil offensichtlich war, dass Martin D. durch den von ihm verursachten Großeinsaz, das Verfahren und die öffentliche Schelte gestraft genug ist, wurde das Verfahren jetzt eingestellt.

Am 13. Dezember im Kastanieneck: Ein Team von Sprengstoff-Spezialisten des LKA barg das explosive Gebräu aus dem Wohnhaus. Foto: Bunk

aus den Elmshorner Nachrichten vom 01.04.2008

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