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Baum ist nicht gleich Baum

Klein Nordende: Kataster soll schützenswerte Gehölze erfassen

(Klein Nordende/dg) Es ist ein ehrgeiziges Projekt, das sich der Umweltausschuss der Gemeinde für dieses Jahr vorgenommen hat. "Wir erstellen ein Baumkataster", erklärt Ausschuss Vorsitzender Dr. Jan Heilmann. Der Grund: "Wir wollen etwas dagegen tun, dass so viele Bäume gefällt werden."
Eine Menge Arbeit und viele Kilometer Fußmarsch kommen auf die Ausschussmitglieder zu, denn jeder Baum in der Gemeinde, den die Ausschussmitglieder für schützenswert halten, soll in dem Kataster erfasst werden. "Wir wollen nicht flächendeckend jeden Baum, der beispielsweise einen Stammdurchmesser von 50 Zentimeter oder mehr hat, unter Schutz stellen", erläutert Heilmann. "Denn das könnte bedeuten, dass alle Bäume, die 49,5 Zentimeter Durchmesser haben, ohne weiteres gefällt werden können." Deshalb will die Gemeinde auch keine allgemeine Baumschutzsatzung verabschieden, sondern eine Baumkatastersatzung.
Die Kriterien, die einen Baum zu einem schützenswerten machen, werden derzeit erarbeitet. Erste Vorschläge gibt es schon. "Die Bäume müssen ortsbildprägend sein", weiß Dr. Jan Heilmann. Darüber hinaus spielt natürlich das Alter des Baums eine Rolle - je älter, desto bessere Chancen hat er, in das Kataster aufgenommen zu werden und vor Motorsägen und Äxten geschützt zu werden. "Auch die Baumart ist für uns ein Entscheidungskriterium", sind sich die Mitglieder des Umweltausschusses einig. Sie wollen vor allem Buchen, Eichen, Kastanien, Ahorn und Platanen bewahren. "Auch Linden müssen in das Baumkataster", erklärt Renate Aue. "Von denen haben wir in der letzten Zeit zu viele verloren."
Um die Allee an der Dorfstraße müssen sich die Bürger keine Sorgen machen. "Das ist schließlich die Straße, die man am ehesten mit Klein Nordende verbindet und ist deshalb ortsprägend", erklärt Heilmann. Im April will der Ausschuss einen Rundgang machen, um zunächst die Bäume, die auf Gemeindegrund stehen, in das Kataster aufzunehmen.

"Auch wenn die Bäume an der Dorfstraße viel Arbeit machen - sie müssen durch das Baumkataster geschützt werden", sagt Renate Aue vom Umweltausschuss. Mit dieser Meinung steht sie nicht alleine da - auch die übrigen Ausschussmitgliieder wollen die Allee unter Schutz stellen. Foto: Gorres

aus der Holsteiner Allgemeinen Zeitung vom 20.01.2007

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