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Amtsvorsteher mit vielen Hobbys

Amtsvorsteher mit vielen Hobbys

Thorsten Rockel ist Bürgermeister, Feuerwehrmann, Kutterpuller, Radfahrer. ...
Von Gerd Nelaimischkis

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Thorsten Rockel, seit Mitte Juli neuer Amtsvorsteher des Amtes Elmshprn-Land, zusammen mit Ehefrau Anke und den Kindern Svea (2) und Mats (5) auf dem Krückaudeich bei Seestermühe.
Fotos: Gerd Nelaimischkis

Seestermühe/Elmshorn. "Keine Gefahr!", signalisiert Thorsten Rockel. Seine geliebten einhalbstündigen Radtouren bei schönem Wetter zur Arbeit von Seestermühe nach Itzehoe und umgekehrt werden bleiben. Sein neues Amt als Vorsteher des Amtes Elmshorn-Land ändere daran nichts. Das zusätzliche Amt koste nicht mehr Zeit als bisher das des Bürgermeisters von Seestermühe. Er sei ja kein Neuling. Die Amtsverwaltung, die Bürgermeisterrunden und die Mitarbeiter, das alles kennt er seit 2003, seiner ersten Wahl zum Bürgermeister. Einziger Knackpunkt seiner Radtouren war und ist, dass er morgens deutlich früher als 5 Uhr aufstehen muss. "Und das", so der 40-Jährige, "fällt mir manchmal schwer."
Thorsten Rockel, am 17. Juli einstimmig zum Nachfolger von Otto Leverköhne aus Seeth-Ekholt gewählt, tritt als Amtsvorsteher auch in die Fußstapfen der Alt-Bürgermeister Otto Schinckel aus Seestermühe und Uwe Hell aus Seester, die als Vertreter der Seestermüher Marsch auch schon an der Spitze des Amtes standen. Intern, so Rockel, sei sein großes Ziel, in Elmshorn die gut funktionierende Verwaltung zu erhalten. Mit den Mitarbeitern und Roland Reugels, seit Februar Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes, an der Spitze, stehe dort ein Super-Team bereit.
Grundsätzlich wünscht Rockel sich eine bürgernahe Amtsverwaltung, die ihre Arbeit nicht nach der Stoppuhr abhakt, sondern diese individuell nach den Wünschen und Nöten der Bürger der sieben Amtsgemeinden gestaltet. Er selbst, so der Seestermüher, werde künftig immer Donnerstagnachmittags Sprechstunden im Amt an der Lornsenstraße 52 abhalten.
In der externen Arbeit gehört die Arbeit in der Stadt-Umland-Konferenz Elmshorn (SUK) zu den Schwerpunkten. Nach den Kieler Vorgaben steht im Gegensatz zu den unbeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten der Städte den Umlandgemeinden nur noch ein bestimmtes Flächenkontingent zur Verfügung. Er sei sicher, so der neue Vorsteher, dass in der SUK die Dörfer ein gemeinsames Entwicklungsziel mit der Stadt Elmshorn erreichen werden. Bisher habe die Zusammenarbeit sehr gut geklappt. Nicht nachvollziehbar ist für Rockel der Vorstoß von SSW und Grünen im Landtag, der die dörflichen Strukturen und die Eigenständigkeit der Dörfer in Frage stellt. Das könne nicht sein, denn Schleswig-Holstein lebe von den kleinen Dörfern. Nichts im Land funktioniere so gut und preiswert, wie die ehrenamtliche Selbstverwaltung der Dörfer. Einsparmöglichkeiten gebe es hier ebenso wenig wie bei einer Vereinnahmung durch zentrale Städte, etwa die des Amtes Elmshorn-Land durch Elmshorn. Die neue Verwaltungsstrukturreform des Landes habe für die Zusammenlegung von Ämtern und Verwaltungen die Grenze bei 8000 Einwohnern gesetzt. Das Amt Elmshorn-Land liege mit 12 000 Einwohnern deutlich darüber. Damit zähle es nicht zur Zusammenschlussmasse und bleibe bestehen.
Diesen und anderen zusätzlichen Aufgaben im Amt sieht der IT-Servicefachmann beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Itzehoe gelassen entgegen. Die Übernahme des Amtes als Vorsteher habe er mit seiner Frau Anke und seinem Chef in Itzehoe vorher abgesprochen. Die hätten grünes Licht gegeben. Die Radtouren zur Arbeit wie auch
seine unzähligen anderen Ehrenämter und Hobbys - der SPD-Mann ist aktiver Feuerwehrmann, Leiter der Feuerwehrkapelle Seestermühe und Fachwart Musik des Kreisfeuerwehrverbandes Pinneberg sowie stellvertretender Schulverbandsvorsteher, mischt bei der Diakoniestation Elbmarschen mit und ist Steuermann der erfolgreichen TSV-Kutterpuller - würden nicht unter dem neuen Amt leiden. "Im Gegenteil!", sagt Rockel lachend. Ein bisschen mehr Action, noch ein paar zu erledigende Aufgaben, und die Sache mache ihm noch mehr Spaß.
Kein Wunder, dass bei dieser geballten Energie gelegentlich in der Marsch die Frage nach einem Weg in Richtung Kiel aufkommt. "Richtig ist", so Thorsten Rockel, "dass mir Kommunalpolitik enorm viel Spaß macht, mit den Menschen vor Ort." Er sei sehr zufrieden mit dem, was im Augenblick passiert. Und was alles noch komme, werde sich ergeben. Er entscheide sich immer erst in konkreten Situationen. "Vor drei Wochen", so Rockel, "habe ich nicht ansatzweise daran gedacht, dass ich einmal Amtsvorsteher von Elmshorn-Land werde."


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Thorsten Rockel ist neuer Vorsteher des Amtes Elmshorn-Land. Er trat die Nachfolge von Otto Leverköhne (rechts) an.

aus den Elmshorner Nachrichten vom 21.08.2008

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