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Am Utweg wurde kräftig gefeiert


Am Utweg wurde kräftig gefeiert


Die Einwohner der "Freien Republik Utweg" feierten zusammen mit
Magda Nohren (94; auf Rollator sitzend) neben Karl-Max Kapplusch
und Finn Meister (2, vorne mit Latzhose), dem ältesten und dem
jüngsten Mitglied, 20jähriges Bestehen. Foto: Gerd Nelaimischkis

Vor 20 Jahren wurde die "Freie Republik Utweg", ein Zusammenschluß der Anwohner, gegründet.

Klein Nordende (ne). "Nun nehmt mal einen und feiert kräftig!" heißt es in der Utweger-Hymne. Und entsprechend diesem Motto feierte mit einem Straßenfest die "Freie Republik Utweg" ihr 20jähriges Bestehen. Im großen gemütlichen Festzelt wurden aus Anlass des kleinen Jubiläums Burgunderbraten und Sauerkraut gereicht.
Bei dem ältesten Straßenfest der Gemeinde dabei waren mit Magda Nohren (94) und Finn Meister (2) auch das älteste und das jüngste Mitglied der knapp 100 Republikaner. Zu den "auswärtigen" Gästen des fröhlichen Festes mit Spielen und viel Musik am Rande des Dorfes gehörten Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel und dessen Vize Peter Bartl.
"Der Ursprung unserer Gemeinschaft liegt im Einsatz für die Fußgängerampel über die Bundesstraße 431", erklärte Ur-Republikaner Karl-Max Kapplusch. Damals hatten die Neubürger des etwas vom Dorfkern abgelegenen Utweges für den gesicherten Übergang für ihre Kinder zur Schule und zum Kindergarten über die viel befahrene Straße gekämpft. Schließlich hatten sie Erfolg und die Anlage wurde installiert.
Der Zusammenhalt der Inter-essengemeinschaft blieb beste-hen. Jährlich wurden am Utweg fröhliche Straßenfeste gefeiert. Auch unternahmen die Utweger gemeinsame Ausflüge sowie Fahrradtouren mit und ohne Brunch. Und Müll wurde hier schon lange vor den heute üblichen Dorfputz-Tagen gesammelt. Das Wichtigste ist aber, dass die Utweger ein beispielhaftes Miteinander kennzeichnet. Besuche und Hilfen in der Nachbarschaft sind typisch für die Utweger.
Zur "Freien Republik" wurden die Utweger durch ihre Lage am äußersten Rand des Dorfes. "Aus Spaß wurde uns immer die Ausgemeindung angedroht", erinnerte sich Karl-Max Kapplusch. Da hätten die Utweger dann aus Jux eben ihre eigene Republik gegründet, mit eigener Fahne und Hymne sowie dem ein- bis zweimal im Jahr erscheinenden Utweg-Kurier und einer Straßenkasse. Letztere wird beständig und liebevoll gefüttert. "Denn", so Karl-Max Kapplusch, "unser 25jähriges Jubiläum wollen wir 2011 richtig gut und groß feiern."

aus den Elmshorner Nachrichten v. 08.08.2006

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