„Duo Vilou“: Geige und Stimme im Töverhuus

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(Klein Noxden.de/svi) Geiger Kristofer Vio aus Stettin hat schon während des Studiums sein Interesse für Jazz und andere Genres entdeckt, die Berlinerin Marie-Louhat ihren Beruf als Studienrätin aufgegeben, um sich ganz der Musik zu widmen.

Zusammen sind die Künstler als „Duo Vilou“ mit Geige und Stimme im Lande unterwegs und machen am Freitag, 9. Juni, im Töverhuus, Dorfstraße, in Klein Nordende Station. Mit im Gepäck haben sie ihren Sound, den sie die „Tide-Lounge-Musik“ nennen. Darin finden sich Einflüsse aus Pop, Dance und auch Latin - für Abwechslung sollte damit am Töverhuus also auf jeden Fall gesorgt sein.

Karten für den Abend kosten zehn Euro und sind unter anderem im REWE-Markt in Klein Nordende sowie bei der Volksbank Pinneberg-Elmshorn, Königstraße in Elmshorn, zu bekommen. Veranstalter des Konzertes ist der Kultur- und Sportausschuss der Gemeinde.

aus der Holsteiner Allgemeinen vom 29.04.2017

Sinnvolle Biotope und Aufforstung

INITIATIVE Betreuungsverein Liether Moor sorgt mit unterschiedlichen Maßnahmen für die Renaturierung des Areals in Klein Nordende

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KLEIN NORDENDE „Wir haben der Natur ein Stück zurückgegeben“, freute sich der Vorsitzende des Betreuungsvereins Liether Moor Martin Röseke. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Betreuungsvereins und der Jagdvereinigung Klein Nordende hatte Röseke Wildschutzzäune im Liether Moor abgebaut und so zwei Aufforstungsflächen für die Natur freigegeben. Weitere Wildschutzzäune sollen in den kommenden Jahren entfernt werden. Voraussetzung dafür: Die aufgeforsteten Bäume müssen kräftig genug sein.

Regelmäßige Abstimmung

Um die Entscheidung zu treffen, ob Wildschutzzäune entfernt werden können oder nicht, stimmt sich der Betreuungsverein regelmäßig mit dem Revierförster ab. Grundsätzlich gehört das Aufforsten zu den Aufgaben des Betreuungsvereins. Der Verein hat sich gemeinsam mit den Landeigentümern und den Naturschutzbehörden und -verbänden nicht nur die Pflege und den Erhalt des Liether Moors zum Ziel gesetzt, sondern auch die Renaturierung. Zu den erforderlichen Maßnahmen zählen die Anlage von sinnvollen Biotopen, Vernässungszonen und Aufforstung. mka

aus den Elmshorner Nachrichten vom 27.04.2017

Hochzeit bei der Feuerwehr: Beim Dienst verliebt

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KLEIN NORDENDE Ein Sieg des HSV gegen Darmstadt in der Fußballbundesliga blieb als besonderes Hochzeitsgeschenk für Lisa (26) und Sven(37) Schattiger aus. Beide sind begeisterte HSV-Fans und heirateten, sehr zur Verwunderung ihrer Feuerwehrkameraden, an einem Heimspieltag ihres Lieblingsvereins. Kleiner Trost: Zur standesamtlichen Trauung der beiden kam der „HSV-Dino“ als Überraschungsgast. Doch die Schättigers sind nicht nur begeisterte HSV-Fans, sondern auch beide aktive Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Elmshorn. Beim gemeinsamen Dienst hat es gefunkt. mka

aus den Elmshorner Nachrichten vom 26.04.2017

Schnäppchen, Parkplatznot und Aprilwetter

KLEIN NORDENDE Als ein Paradies für Schnäppchenjäger präsentierte sich am vergangenen Sonntag Klein Nordende, denn das ganze Dorf hatte sich in einen einzigen großen Flohmarkt verwandelt. Der Familienausschuss der Gemeinde hatte zum „2. Klein Nordender Dorfflohmarkt“ eingeladen - und mehr als einhundert Haushalte machten mit. In Garagen, Vorgärten und Hauseingängen wurde von Kleidung und Spielzeug bis hin zu Kinderwagen und Fahrrädern alles feilgeboten, was einen Flohmarkt so anziehend
macht. Schon gleich zum Start des Dorfmarktes herrschte das pure Verkehrschaos. Ein Blick auf die Autokennzeichen reichte aus, um zu erkennen, dass viele Marktbesucher auch aus den Nachbarkreisen angerückt waren. Aber weil viele von ihnen parkten wie sie wollten, brauchte es Geduld, um sich einen Weg durch die engen Dorfstraßen zu bahnen.

en 250417Mitmachen konnten alle Bürger Klein Nordendes. Lediglich gewerbliche Händler blieben ausgesperrt. Zur besseren Orientierung wurden an allen Ständen Lagepläne angeboten, auf denen die einzelnen Privathändler mit kleinen roten Punkten gekennzeichnet waren. Darauf gut erkennbar: Überall im Ort wurde eifrig mitgemacht.

Vom Butterberg über den Redder bis hinunter zur Dorfstraße reihte sich Stand an Stand. Oder besser Gartenverkauf an Gartenverkauf.

Nicht so recht mitspielen wollte einzig das Wetter. Dicke Wolken, Regen, aber auch Sonne wechselten sich in rascher Folge ab. Kein Wunder also, dass entsprechendes Equipment hoch im Kurs stand. „Ich habe heute schon zwei Regenjacken verkauft“, freute sich Tanja Pedersen, die in ihrem Vorgarten in der Schulstraße auf Kunden wartete.    caw

aus den Elmshorner Nachrichten vom 25.04.2017

Das weiße Gold in Klein Nordende

BLICKPUNKT Spargelzeit in Klein Nordende - bei Slowiks im „Tannenbaum“ bleibt alles in der Familie

SPARGEL Sie ist die letzte Spargelbäuerin in Klein Nordende - und ausgebildete Köchin / Bei Nadine Slowik gibt es alles aus einer Hand

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KLEIN NORDENDE Es ist früh und ungemütlich. Doch Nadine Slowik trotzt Nieselregen und steifer Brise, denn jetzt beginnt ihre monatelange Arbeit Früchte zu tragen. Und diese Früchte wollen geerntet werden. 3000 Spargelpflanzen des berühmten Liether Spargels nennt die letzte Spargelbäuerin aus Klein Nordende ihr Eigen. Nach einem warmen März sprießen die Pflanzen dieses Jahr besonders früh. Noch sind es wenige Köpfchen, die von unten gegen die Planen stoßen, die die hügeligen Rillen des Feldes abdecken.

Im Sommer werden es dann immer mehr: Desto heißer und feuchter es wird unter der Plane, desto rascher sprießt der Spargel. In der Hochsaison wächst er bis zu zehn Zentimetern am Tag: Dann kommt Nadine Slowak mit ihrem kleinen drei Frauen-Team kaum noch hinterher: Sie, ihre Mutter und die einzige Mitarbeiterin Jessica Strelow stechen dann bis zu 2800 Spargelstangen am Tag. Der wird sofort gewaschen, sortiert, geschält und abends ganz frisch den Gästen im hauseigenen Restaurant und Hotel, dem „Tannenbaum“ am Sandweg in Klein Nordende, serviert.
Als gelernte Köchin weiß Nadine Slowik ihren eigenen Spargel auch zuzubereiten.
Dieses urige Alles-aus-einer-Hand-Konzept hat Tradition. Der Familienbetrieb wurde 1931 von den Großeltern gegründet und besteht bis heute.

en 190417bLangfristig ist auch die Planung und Aufzucht der Spargelpflanzen. Wenn der Spargel auf das Feld gesetzt wird, ist die Pflanze bereits ein Jahr alt. Ein weiteres Jahr braucht sie, bis sie den ersten Spargel produziert, bis dahin produziert sie nur eines: Arbeit für ihren Bauern. Sie wächst bis zu einer einen Meter hohen Grünpflanze heran. Nach ihrem ersten Sommer wird das Gewächs abgeschnitten. Die typischen Hügel werden locker darauf getürmt und dadurch schiebt sich im April ein Jahr nach der Pflanzung das erste Köpfchen. Aber die Jungpflanze muss noch geschont werden. „Im ersten Jahr wird nur zwei Wochen lang Spargel gestochen, dann ist Schluss“, sagt Slowik.

Der zarte Spross müsse sich davon erholen. Erst im dritten Jahr ist sie stark genug, bis zum 24. Juni, dem Ende der Spargelsaison, „durchgestochen“ zu werden. Dann brauchen auch die gestandenen Gewächse eine Schonzeit bis zum nächsten Jahr.

Nadine Slowik lässt ihren Pflanzen nicht nur Ruhe, sondern auch Platz: Sie setzt pro Meter nur drei Spargelpflanzen. In der Massenproduktion sind es acht. Deswegen sind Slowiks Gewächse auch zehn bis zwölf Jahre fruchtbar, in der industriellen Produktion sind es nur sechs. „Am Ende wird der Spargel immer dünner, daran merkt man, wenn die Luft raus ist“, erläutert Slowik.

Wenn die Pflanzen einmal ausgedient haben, ist auch der Boden verbraucht. Bis dort wieder Spargel wachsen kann, vergehen 30 Jahre. Deswegen wandern die zwei Felder Slowiks auf ihrem großen Gelände mit jeder Pflanzengeneration. „In 100 Jahren kann ein Feld höchstens drei Mal bepflanzt werden“, berichtet sie.

Die Handarbeit in der Spargelzucht ist hart. „Aber wenn ich morgens im Sonnenaufgang bei gutem Wetter meinen Spargel steche und die Enten kommen vorbei, dann ist es richtig idyllisch“, berichtet sie.

Nach Landidyll klingen auch die Erntedankfeste am Ende der Saison, bei denen alle Helfer zusammen feiern. Slowik schmunzelt: „Dann gibt’s immer ’n Lütt’n“, sagt sie. Und eine Spargelprinzessin werde gekürt, jemand der besonders hilfreich war. Das kann auch mal ein Mann sein: „Also mein Vater war schon Spargelprinzessin“, sagt Slowik grinsend. „Dafür gab es ein dann auch ein Krönchen und den goldenen Spargel.“ Janina Schmidt

 

Spargelinfo

Wussten sie eigentlich...

... dass Spargel ein schamhaftes Gemüse ist?

Wenn der Spargel der Sonne ausgesetzt ist, errötet er buchstäblich. Oder besser: Er wird lila. Das sieht ungewohnt aus, verändert aber den Geschmack nicht.

... dass Spargel dem Bambus vorsichtig Konkurrenz macht?

Bambus kann bis zu einen Meter am Tagwachsenund hält damit den Weltrekord. Bei optimalen Bedingungen, nämlich feuchter Wärme, wächst jedoch auch der Spargel bis zu 10 cm täglich und muss sich damit vor dem Bambus nicht verstecken. Aber er versteckt sich ohnehin nicht, sondern strebt danach, sein Köpfchen keck aus dem Erdreich zu schieben. Um dann schamhaft lila zu werden?

... wozu die schwarze Plastikplane auf dem Feld dient?

Damit der Spargel nicht lila werden muss, wenn er den Kopf ans Licht streckt. Und sie hat einen Treibhauseffekt - darunter wird es kuschelig warm und feucht. So kann man den Spargel früher ernten, oft schon Anfang April und nicht erst im Mai. Und gegen Unkraut hilft sie auch.

... dass der ärgste Feind des Spargels ein Hähnchen ist?

Und zwar das gemeine Spargelhähnchen: Crioce-ris asparagi. en 190417cDas dreht sich aber nicht im Grill, um gefressen zu werden, sondern krabbelt auf dem Spargelkraut, um selbst zu fressen: Es handelt sich um einen bis zu sieben Millimeter langen Käfer. Neben dem Hähnchen kämpfen Landwirte auch gegen die Spargelfliege, aber das klingt weniger unterhaltsam.

...wie der Spargel blüht?

Ach, sie wussten nicht einmal, dass er überhaupt blüht? Kein Wunder: Die Spargelblüte ist klein, hellgelb und fällt in dem üppig grünen Kraut, das bis zu einem Meter hoch sprießt, kaum auf. Daraus wird eine kleine, rote Frucht.

...dass man Spargel essen kann?

Ja, das wussten Sie. Aber nicht nur mit Sauce Hol-landaise oder Butter und Speck, sondern auch als feinen Salat mit Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Essig und Olivenöl. Spargel mal anders!    ina

 

Spargelstechen: Auswirkung des Mindestlohns

Georg Kleinwort ist Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Pinneberg. Den Mindestlohn in der Landwirtschaft sieht er in seiner aktuellen Umsetzung kritisch

ELMSHORN Der Betrieb „zum Tannenbaum“ in Klein Nordende ist ein ganz besonderes Modell, in dem die Familie selbst den Spargel zieht und sticht, den sie im eigenen Restaurant serviert. Die große Spargelproduktion sieht aber anders aus. Jahrzehntelang war das Spargelstechen ein Symbol für schlechtbezahlte Saisonarbeit für meist polnische Schwarzarbeiter.

en 190417dWie hat sich das seit der Einführung des Mindestlohns verändert? Wir befragten dazu Georg Kleinwort (Foto), Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Pinneberg.

Herr Kleinwort, wer sticht momentan den Spargel?
Es sind immer noch überwiegend Arbeiter aus Rumänien oder Polen. Das betrifft alle Sonderkulturen, zu denen auch der Spargel zählt - besonders arbeitsintensive Bereiche, bei denen viel Handarbeit gefordert ist.

Sind das Schwarzarbeiter?
Nein, der Zoll kontrolliert das relativ engmaschig und führt stichprobenartige Kontrollen durch, gerade auch hier in der Haseldorfer Marsch. Die Betriebe stellen die Arbeiter offiziell als Saisonarbeiter ein.

Da stellt sich die Frage nach dem Mindestlohn. Wie wirkt der sich auf die Situation in der Spargelproduktion aus?
Das ist sehr schwierig. Wir hatten dadurch innerhalb von zwei Jahren bei den Sonderkulturen einen Lohnanstieg von 25 Prozent. Wie sollen wir das auffangen? Am Ende kostet der Spargel nicht viel mehr. Spargel der Güteklasse eins aus Italien, Spanien, Ungarn und Rumänien liegt ungefähr bei 3,50 Euro pro Kilo. In Deutschland müsste er mit all den Auflagen eigentlich bei sieben Euro liegen. Unsere Spargelpreise sind aber nicht gestiegen, ich habe sogar das Gefühl, dass wir noch günstiger geworden sind. Das gräbt unserer Landwirtschaft das Wasser ab. Und es sind zuerst kleine Betriebe, die es trifft -obwohl die Kleinbetriebe ja eigentlich gefördert werden sollen. Ich finde den Mindestlohn grundsätzlich richtig, die Arbeiter sollen ja bezahlt werden. Aber wenn die Politik das will, dann muss sie auch die Konsequenz ziehen.

Das klingt, als seien Sie wütend. Welche Konsequenzen meinen Sie?
Ich sehe es als eine Doppelmoral der Politik. Wenn man eine Norm einführt, wie einen Mindestlohn, und im Prinzip gute Auflagen hier einführt, müsste man aus dem Ausland nur Produkte importieren, die auch diesen Auflagen genügen. Nicht nur beim Spargel oder Gemüseanbau. Was Renate Künast sich erlaubt hat, ist ein Witz. Käfighaltung zu verbieten ist sicher gut, aber dann Eier aus Käfighaltung aus dem Ausland zu importieren geht nicht.

Aber die Landwirte machen nur einen Bevölkerungsanteil von zwei Prozent aus. Unsere Interessengemeinschaft ist nicht stark genug, um das durchzusetzen. Die Entwicklung wird noch spannend in den nächsten Jahren. ina

aus den Elmshorner Nachrichten vom 19.04.2017