Klein Nordende bekommt zwei Abwasserspeicher


Der AZV plant zwei große Behälter, die bei Extremregen die Schmutzwassermassen aus den Umlandgemeinden zwischenspeichern sollen.

Der Bau ist nötig, weil andere Umlandgemeinden ihr Abwasser nicht trennen.

 

 

Die geplanten AZV-Puffer bei Roten-lehm sind Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel zwar ein Dorn im Auge, aber nicht zu verhindern.
Foto: ne

Klein Nordende (ne). Gewaltiges kommt auf Klein Nordende zu. Vor einem Jahr war bekannt geworden, dass der Abwasserzweckverband Pinneberg (AZV) in der Nähe der Liether Kalkgrube an der Kreuzung Ziegeleiweg/An der Bahn zwei riesige Auffangbehälter für Mischwasser (mit Regenwasser versetztes Schmutzwasser) aufstellen will. Ausgerechnet in einem Landschaftsschutzgebiet, über dessen Unversehrtheit sonst der Pinneberger Fachdienst Umwelt mit Argusaugen wacht. Die Wellen der Empörung im Dorf schlugen hoch. „Aber verhindern, das war damals schon klar, können wir den Bau nicht", so Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel.
Inzwischen hat der AZV die geplanten, wasserrechtlich vom staatlichen Umweltamt Itzehoe abgesegneten Abwasserzwischenspeicher etwas verändert. Aus den ursprünglich zwei gleichen „Pötten" mit je einem Volumen von 7250 Kubikmetern (Durchmesser 42 Meter, Höhe 6 Meter) sind inzwischen ein kleiner Speicher 1 mit 4800 Kubikmetern (Durchmesser 34 Meter) und ein großer Speicher 2 mit 9700 Kubikmetern (Durchmesser 48 Meter) geworden. Sinn und Zweck der Anlage soll es sein, die bei Extremregen auftretenden Abwassermengen zwischenzuspeichern und gleichzeitig die AZV-Kanäle zum Sammler Nord vor dem Überlauf zu schützen.
„Starkregen", so Michael Rosenthal vom AZV, „tritt immer häufiger auf." Überschwemmungen wären ohne die AZV-Puffer unter derzeitigen Bedingungen wegen voller Kanäle die Folge.
Allerdings, auch das machte Rosenthal im Gespräch mit den EN deutlich, seien die Folgen von Starkregenfällen im AZV-Abwassersystem nur spürbar, wenn in den Kommunen Oberflächenwasser und Schmutzwasser nicht getrennt oder Regenwasser unerlaubt in die Schmutzwasserkanalisation geleitet werden würde. Während die Stadt Elmshorn hier vorbildlich trenne und Regenwasser in die Krückau und nur Schmutzwasser zum AZV leite, sehe es in den Umlandgemeinden noch anders aus. Regenwasser fließe dort in die Schmutzwasserkanäle und verursache bei Starkregen dem AZV Probleme. „Wenn es im Umland Elmshorns keine Mischwasserkanäle mehr gäbe", machte Rosenthal deutlich, „wären solche Behälter wie in Klein Nordende völlig überflüssig,"
Kein Wunder also, dass die Gemeinde Klein Nordende dem AZV-Projekt erst mal nicht zustimmt. Sie hat dem AZV einen Wunschzettel vorgelegt, der vom ihrer Meinung besseren Standort Beekenweg bis zum verbesserten Sichtschutz reicht. Die Behälter sollten tiefer in das Erdreich eingelassen werden, sodass höchstens drei Meter statt der geplanten vier bis fünf Meter zu sehen seien. Die Farbe der überirdisch sichtbaren Teile sollte sich der Umgebung anpassen. Denn die,Behälter befänden sich in einem Naherholungsgebiet, in dem im Sommer viele Tagestouristen zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind.
Neben der optisch abstoßenden Wirkung auf Tagesgäste befürchten die Klein Nordender zu den bereits vorhandenen „Düften" aus Schächten des AZV weitere Geruchsbelästigungen. Während der ständig in Betrieb befindliche Speicher 1 mit einem Biofilter und einem Luftwäscher versehen ist, ist der nur für Extremfälle gedachte große Speicher 2 offen und ohne Filter. Zwar soll der Speicher 2 nach Gebrauch gereinigt werden.
Ob das ohne Dach und Biofilter ausreichend vor Gerüchen schützt, ist fraglich. „Wir hoffen", so der Wunsch Hans-Barthold Schinckels für 2008, „dass Gemeinde und AZV in den kommenden Wochen sich gütlich einigen werden."

aus den Elmshorner Nachrichten vom 28.12.2007

Spende sichert Frühstück für Schüler

Klein Nordende (ne). Mehr als 3000 Besucher hatten Ende September das Erntedankfest in Klein Nordende genossen. „Für alle Gäste, Teilnehmer und Organisatoren war das eine tolle Sache", so Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel rückblickend. Angebracht sei es deshalb, einen Teil der Einnahmen der Stände auf der Erntemeile an den Ortsverein Elmshorn des Kinderschutzbundes Deutschland (Kibu) weiterzugeben. Von 17 Spendern kamen 1548 Euro zusammen. Die Gemeinde habe die Summe auf 1600 Euro aufgestockt.
„Das Geld können wir sehr gut gebrauchen", sagte Kibu-Vorstandsmitglied Erika Schramek bei der symbolischen Scheckübergabe im Gemeindezentrum. Mit der Spende sollen an der Schule Hafenstraße Frühstücks- oder Mittagsausgaben für Kinder finanziert werden.

aus den Elmshorner Nachrichten vom 18.12.2007

Sprengstoff versetzt ein Dorf in Schrecken


Donnerstag, 13. Dezember 2007: Das LKA durchsucht morgens um 6.00 Uhr ein Einfamilienhaus im Kastanieneck, Klein Nordende. Ungefähr 1,5 kg Sprengstoff wird gefunden. Ein Jugendlicher, 15 Jahre alt, hat sie zum "Basteln" ins Haus geholt. Wegen der Gefährlichkeit, der Instabilität des Materials wird es vor Ort auf einer Wiese gesprengt. Vorher werden die Schule, der Kindergarten und die Menschen der angrenzenden Wohngebiete evakuiert, die Straßen gesperrt.

Da denkt man, wir leben in einem kleinen beschaulichen Dorf und plötzlich steht dieses Fleckchen Erde im Rampenlicht, mitten in den Schlagzeilen der Nachrichten:

Hochexplosive Sprengstoffe in einem Einfamilienhaus gefunden!

Gott sei Dank geht alles gut! Das LKA bemerkt die Aktivität des Jugendlichen rechtzeitig und die brisante Mixtur kann vernichtet werden, ohne dass jemand zu Schaden kommt. Und so langsam macht sich bei vielen Kopfschütteln breit: Wie kann ein 15jähriger an so hoch explosive Stoffe gelangen und sie lagern, ohne dass die Familie etwas davon bemerkt? Wir können eigentlich nur hoffen, dass durch diesen Vorfall andere Chemiefreaks und Bastler sowie ihre Familien und Freunde aufgerüttelt wurden und die Finger von solchen  "Experimenten" lassen!

Zum Nachlesen der Ereignisse haben wir die Berichte aus Presse und Internet hier zusammengestellt:

Bericht der EN vom 14.12.2007

Bericht der EN vom 15.12.2007

Bericht der Holsteiner am Wochenende vom 15.12.2007