Klein Nordender Künstler will Autofahrer einbremsen

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KLEIN NORDENDE Über Monate hinweg erstellten verschiedene Arbeitsgruppen in Klein Nordende ein Ortsentwicklungskonzept (wir berichteten). „Viel ist davon ja nicht übrig geblieben“, sagt Joeme Diedrichsen mit Blick auf die konkrete Umsetzung. Behandelt wurden Themen wie Wohnen und Verkehr. Genau dazu hat der Maler nun ein Kunstprojekt auf den Weg gebracht. Lebensgroße Figuren sollen an den Straßen der Gemeinde positioniert werden, um die Autofahrer einzubremsen.

Die ersten beiden Figuren sind nun fertig. „Das ist eine Art Pilotprojekt“, sagt Diedrichsen zu seinem alten Ehepaar, das er in Holz verewigt hat. „Eigentlich hatte ich Schiffstahl angedacht“, verrät Diedrichsen, der in Friedrichstadt geboren wurde und auf Sylt aufwuchs. Seit 2005 hat er ein Atelier in Klein Nordende, und so liegt ihm die Verkehrssicherheit in seiner neuen Heimat besonders am Herzen.

Da Stahl „sehr teuer“ geworden wäre, entschied sich der Maler letztlich, Holz zu verwenden und dem Material mit Farbe einen Stahl-Look zu verpassen. „Meine Idee wäre, die Figuren beim Tagesheim neben dem Rewe-Markt zu positionieren“, schlägt er vor. Die endgültige Entscheidung über den Standort treffe aber der Bauhof. Um den täuschend echten Stahl-Anschein zu bewahren, bekommen die Figuren nur noch eine Lackschicht. „Ein buntes Bemalen sei nicht angedacht“, sagt Diedrichsen. Vier Tage Arbeit habe er in das Fertigen der Holzfiguren investiert, „inklusive Aussägen“. Nun müssten am unteren Rand noch Metallträger installiert werden, um die Figuren stabil im Boden verankern zu können. Ein weiterer Vorteil von Holz gegenüber Stahl: „Ich kann die Figuren allein tragen.“    caw

aus den Elmshorner Nachrichten vom 02.08.2017