Liether Kalkgrube für weitere 10 Jahre nationales Geotop

en 070717

KLEIN NORDENDE Seit dem vergangenen Jahr wurde der Zustand aller 77 Nationalen Geotope Deutschlands von der zuständigen Kommission der staatlichen Geologischen Dienste der Bundesländer überprüft, drei davon liegen in Schleswig-Holstein. Die Liether Kalkgrube in Klein Nordende ist seit 2006 einer dieser nationalen Geotope. Dieses Prädikat wird Orten von herausragender geologischer Bedeutung jeweils für zehn Jahre befristet verliehen. Nach der ursprünglichen Zertifizierung war daher nun eine Neubewertung fällig geworden. Hierbei ging es um das Fortbestehen der besonderen wissenschaftlichen Bedeutung, den touristischen Rang, die Qualität der Öffentlichkeitsarbeit und um den Be-treuungs- und Pflegezustand.

Die Pflege und ehrenamtliche Betreuung liegt im Auftrag des Kreises Pinneberg in den Händen der Kulturgemeinschaft Tornesch. Vor kurzem ging die neue Verleihungsurkunde von der „Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien“ bei der Kulturgemeinschaft ein. Die Zertifizierung als nationaler Geotop gilt damit für weitere zehn Jahre. Dies ist eine Anerkennung der gemeinnützigen Arbeit der Kulturgemeinschaft Tornesch mit ihrem Arbeitskreis Liether Kalkgrube.

Der Arbeitskreis besteht aus etwa einem Dutzend Mitgliedern. Eine seiner Tätigkeitsbereiche ist die wissenschaftliche Betreuung, beispielsweise durch Herausgabe von Schriften, durch Vorträge und durch die Ausarbeitung von Infotafeln. Außerdem gibt es geologische Führungen. Hierzu gehören Betriebs- und Schulklassen-Ausflüge, Ausbildungskurse für Universitäten und Exkursionen für Wissenschaftler aus Europa und aller Welt. So kamen Interessierte zuletzt unter anderem aus Australien, Neuseeland, USA, Kenia, China und Indien.

Immer wieder anfallende Arbeiten sind die Instandhaltung von Wegen und Zäunen, die Wartung der Grubenentwässerung, die Beseitigung von übermäßigem Gehölzaufwuchs und das Einwerben von Spendengeldem für Infotafeln, Material und Geräte. Ein Dauerjob ist die nahezu täglich notwendige Beseitigung von Abfall.

Erhebliche Mühe macht auch die Erfüllung von Ordnungsaufgaben gegenüber Besuchern, die sich naturschutzwidrig verhalten. Ein besonders großes Problem ist das freie Laufenlassen von Hunden. Hierdurch werden heimische Tiere beunruhigt, gefährdet und aus ihren Rückzugsgebieten vertrieben.

Angesichts des großen Einsatzes, der ständig für das Naturschutzgebiet Liether Kalkgrube ehrenamtlich erbrachtwird, hoffen die Helfer auf achtsame Geotop-Besu-cher, die Müll vermeiden und Hunde ohne Hinweis anleihnen.    en

aus den Elmshorner Nachrichten vom 07.07.2017