Allergische Stoffe in Cremes und Seifen

KLEIN NORDENDE en 290417 1Die Landfrauen aus Klein Nordende hatten jüngst die Ernährungswissenschaftlerin und Buchautorin Renate Frank zu Gast. Die Informationsveranstaltung zur Bedenklichkeit von Kosmetikprodukten startete mit einem gemeinsamen Frühstück. Anschließend sprach Renate Frank über schädliche Stoffe in Kosmetikartikeln wie Cremes und Seifen.

45 Teilnehmer lauschten dem Vortrag. Renate Frank beleuchtete sowohl die Seite der Verbraucher, als auch jene der Hersteller. Sie erklärte, warum immer noch viele Kosmetikprodukte allergische oder sogar gesundheitsschädigende Stoffe enthalten und sagte, dass es Mode sei, dem Altern mit fast allen Kniffen entgegenzuwirken. Die Menschen würden an sich selbst den Anspruch stellen, möglichst lange schön und jung auszusehen. Dabei stelle sich die Frage, ob der dafür zu zahlende Preis letztlich nicht zu hoch sei.

„Für den Verbraucher ist die Wirkung der Inhaltsstoffe schwer nachzuvollziehen“, erklärte Frank. Bedenkliche und gefährliche Stoffe seien unter anderem Konservie-rungs-, Duft- und Farbstoffe wie beispielsweise die Azofarbstoffe. Diese seien auf den Verpackungen mit einer CI-Nummer gekennzeichnet.

Diese Farbstoffe seien der Schlüssel zum Verkaufserfolg. Dabei sei nachgewiesen worden, dass die chemisch hergestellten Stoffe, die strahlend leuchten sollen, durch die Haut gehen und die Leber schädigen können. Belegt sei auch, das sie Allergien auslösen können. Darüber hinaus stünden sie unter Krebsverdacht. Kleingedruckte Pflichtangaben über die Inhaltsstoffe in Lebensmitteln würden zwar häufiger gelesen, so Frank, aber selbst beim Blick auf die Verpackungen stelle es sich oft als schwierig heraus, die Fachbegriffe und deren Wirkung auch zu verstehen. Die Ernährungsberaterin erklärte: „Am Ende bleibt dem Verbraucher nur die Hoffnung, dass die Versprechen von Wirksamkeit einfach der Tatsache entsprechen.“

Obendrein seien viele Begriffe irreführend. So sage „dermatologisch getestet“ nichts über schädliche Inhaltsstoffe in den Produkten aus. „Kennzeichnungen wie Faltenexperte 3D, Liftingeffekt und glättende Wirkung dienen einzig und allein zu Werbezwecken“, erklärte die Referentin. Hier wäre empfehlenswert, stattdessen auf bestimmte Gütesiegel wie „BIO“, „EcoCern“ oder „Demeter“ zu achten. Zudem gebe es ein europäisches Netzwerk von Firmen, die unbedenkliche Naturkosmetik herstellen.

Wer detaillierte Fragen hat, kann sich an den Deutschen Allergie- und Asthmabund unter der Telefonnummer (0 2166) 64 78 82 0 wenden.    sko

aus den Elmshorner Nachrichten vom 29.04.2017

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