Anwohner in Sorge: Schwere Lkw auf dem Ziegeleiweg?

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(Klein Nordende/rs) Peter Großcurth will nicht warten, bis Fakten geschaffen sind. Der Anlieger des Rotenlehm schlägt in einem Schreiben an Politiker und Verwaltung vonKlein Nordende Alarm.

Seine Sorge: Wenn das geplante Gewerbegebiet auf dem Gelände der alten Ziegelei kommt, könnten schwere Lkw den Ziegeleiweg zerfahren. Schon heute würde die Bankette im Begegnungsverkehr leiden. Die Zeche für Sanierung oder Ausbau, warnt er, würden am Ende womöglich Anlieger oder Gemeinde zahlen. Da am Ziegeleiweg nur eine gute Handvoll Anheger wohnten, würden Straßenausbaubeiträge für diese zu „astronomischen Summen“ führen. „Ob der Investor bereit ist, für sein neues Baugebiet derartig hohe Kosten zu übernehmen, kann ich mir nicht vorstellen“, schreibt Großcurth.

Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel sagt: „Ich nehme die Bedenken durchaus ernst.“ Er sieht die Lage aber weniger problematisch, rechnet nicht mit starkem Schwerlastverkehr auf dem Ziegeleiweg. Das Gebiet sei für Kleingewerbe, etwa für Maler oder Dachdecker, vorgesehen. Mehrere Klein Nordender Firmen hätten Bedarf angemeldet. Für eine große Spedition beispielsweise sei kein Platz. Das ließen die Schnitte von rund 1300 Quadratmetern der maximal sieben Grundstücke nicht zu.

haz 110217bWürde die Straßenausbausatzung angelegt, kämen auf die elf oder zwölf Anheger des kilometerlangen Wegs sechsstellige Summen zu. „Das werden wir nicht machen“, sagt Schinckel. Der Ziegeleiweg müsse ohnehin in absehbarer Zeit eine neue Decke erhalten. „Dafür leisten wir Zahlungen an den Wegeunterhaltungsverband. Das geht ohne Anhegerbeiträge über die Bühne“, erklärt der Bürgermeister.

Welche Firmen sich letztlich in dem im F-Plan als Gewerbegebiet ausgewiesenen Areal ansiedelten, sei jedoch Sache des Investors, räumt Schinckel ein. Die Zusammenarbeit mit diesem sei bisher aber gut. Dass Anwohner heber möchten, dass alles wie bisher bleibe, könne er verstehen, so Schinckel. Mit den Grundstücksgrößen habe die Gemeinde aber bereits vorgebaut. Und dann bleibe der Gemeinde auch die Möglichkeit, die Tonnage für den Weg auf 7,5 Tonnen zu beschränken.

Großcurth beruhigt das nicht. Als Lärmschutz sei eine elf Meter hohe Halle geplant, „ich kann mir nur schwer vorstehen, dass die mit einem 7,5 Tonner bestückt wird“, sagt er.

aus der Holsteiner Allgemeinen Zeitung vom 11.02.2017

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